Mein Nachbar, der Bauer Sebastian kam in völlig desolatem Zustand am Sonntagmorga zum Stammtisch. Den Arm trug er in einer Schlinge, das rechte Auge zierte ein Veilchen, das linke war dick verschwollen, den rechten Fuß zog er etwas nach. „Ja, Baschte, was isch denn mit dir bassiert, bisch onder’s Auto komma?“, fragte einer aus der Stammtischrunde. „Es gibt oifach Sacha, die kasch net erklära“, brägelte Sebastian vor sich hin. „Komm vrzehl!“ rief ein anderer. Und wieder knurrte Sebastian „’s gibt oifach Sacha, die kasch net erklära.“ „Jetzt lass de doch net so lang bitta. Auf goht’s erzähl was dr bassiert isch“, forderte ihn wieder einer aus der Runde auf. Letztlich begann Sebastian zu erzählen, was für ein Unglück ihm widerfahren ist. „Also passat auf. Wo i geschtern mei Kuah g’molka han, stoht doch des Rendvieh mit dem Vorderfuaß en mein Milchoimer nei. No han e über mi glangt ond a Garbasoile von dr Stalldecke razoge, ond han ra dodrmit dia Vorderläuf zemabonda. Ond wia ne so weitermelk, stoht mr des Luadr mit ema Henterfuaß en mein Milcheimr nei. No han i wiedr naufg’langt ond a Garbasoile razoga ond han dera die Henterläuf zemmabonda. Wo i no weitergmolka han hot mir des Hura-Rendvieh mit em Schwanz oina om da Grend romgschlaa. Jetzt han i wieder a Garbasoile razieha wella. Jetzt war aber kois me do! No ben i aufgstanda ond han mein Gürtel aus dr Hos rauszoge ond han dem Rendvieh sein Schwanz an d’ Stalldecke nuffbonda. Ond weil i koin Gürtel meh a’ghet han, wone henter dera saubleeda Kuah gstanda ben, isch mir mei Hos rag’rutscht. Juschtament in dem Augablick kommt mei Weib zur Stalltür rei. ’s gibt oifach Sacha, die kasch net erklära!“

M Veganerismus kennt i mi au a’freunda. Mahlzeit mitnander.

Bis näggschd Woch’


Ihr

Wulf Wager

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