Mei Nochbere – Sia wissat jo, des propere 150-Kilo-Prachtsweib – hot en total pferdebegeischterta Ma. Jetzt hot se von ma entfernta Onkel a wunderschee’s Grundstückle mit ma scheena Wochaendhäusle en dr Nähe von Altasteig em Nordschwarzwald g’erbt. Glei hend se dia benochberte Wies drzua kauft ond als Pferdekoppel eizäunt.

Dodruf hend se aus Holzschwarta en oifacha Pferdeunterstand baut ond drzua na no bei ma Baura em Dorf drei Boxa für d’ Nacht gmietet. Dr Ma von meira Nochbera hot nämlich sein Gaul und den von ma Kamerade am Wochaende gern amol mitgnomma auf d Sommerfrische en da Schwarzwald. Tagsüber hend dia Gäul auf dr Weide a schee’s Läba ghet. Ab ond zua hend se lange Ausritt gmacht, aber über Nacht hend se die Rösser emmer zo dem Baura brocht. Vorvorletschts Wochaende war’s jo wunderschö ond au die Nacht von Samschtag uf Sonndag war so herrlich warm und sternaklar, dass dr Ma von meira Nochbere ond sei Kamerad beschlossa hend, dia Pferde über Nacht uf dr Weide standa zom lassa.

No hend se am Obend ordentlich oin dudelt ond send um halb ois ens Bett. A guade Stond später send se von ma Jesesknall ufgwacht. Ganz schnell isch nämlich a Gwitter aufzoga und es hot agfanga zom schütta wia aus Kübel. Em Schlofazug send dia zwoi zu dene Rösser gspronge ond hend se en da Stall brenga wella. In dr Eile hend se koin Sattel ond koi Zaumzeug aglegt, sondern bloß a Halfter ond en Führstrick.

Weil des Gwitter aber heftig war, send se oifach auf die ogsattelte Gäul gsessa ond durch da Wald Richtung Ort ond Stall gritta. Plötzlich hot’s an no viel graißera Knall geba ond der Blitz isch circa 30 Meter neba ihne en en Baum eigschlaga. Dia Gäul hend en obachana Schreck kriagt ond sind mit dene zwoi Kerle uf em Buggl komplett durchganga.

Dia hend sich mit Mühe no an da Hals klammera könna, aber die Gäul send galoppiertr wie vom Teufel bsessa. Dr Oi hot sich irgendwann vom Gaul falla lassa ond isch o’sanft en ma Gebüsch glandet. D’ Schlofanzughos hot’r verlora ond älles vrrissa. Mei Nochbor hot sich no heba kenna. Dr Gaul isch wia von dr Tarantel gschdocha schnurstracks en sein Stall galoppiert. Weil aber die Tür zum Stall so niedrig war, hot’s mein Nochbr direkt drvor en an Brennnesselhaufa gschmissa, ondr dem ällerhand alte Dachpfanna ond vrroschtete Bauragerätschafta glega sen.

De Gäul isch nix passiert, aber mei Nochbr hot sich so zemlich älles verschürft, was mr sich bloß vrschürfa ka. Zom Glück war nix brocha. Sei Schlofozug war komplett in Fetza grissa ond er hot bloß no da Kraga von dem Nachtgwand om da Hals ghet. So näggedich isch r no mittla en dr Nacht wieder zu seim Feriahäusle gloffa, hot sein Kamerad ondrwegs no ufglesa, der au net viel besser ausgseha hot. Tja, manchmal gangat halt d Gäul mit oim durch ...

 

 

Bis näggschd Woch’

Ihr Wulf Wager

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