Was dia Fraidäis-for-Fjutschr-Demonsschdranta nemme wissat, weil se gern amol ihre Klamotta beim Billig- Herstellungsland-Bangladesch-Lada Primark kaufat, isch, dass mr friher, wenn a Hos z’ kloi war, mr dia emma jüngera Gschwischter vrerbt oder durch en Spickl greßer gmacht hot, damit d’ Graddl wieder Platz ghet hot. Wer jetzt vrstanda hot, was i moin, isch späteschtens in de 1960er Johr ufgwachsa. So wia i.

Meine Eltern hend net viel ghet. Weil i aber so obacha gern a Schlaghos ghet hätt, hot mei domolige Nochbere – also net mein jetzige, des propere 150-Kilo-Prachtsweib – mir en’s linke ond rechte Hosaboi an Spickl gnäht. No han i au a Schlaghos ghet. Super ausgseha hot’s net, weil se dodrzua da Stoff von ma alda Kiddlschurz von meira Oma vrwendet hot. Aber immerhin han i a Schlaghos ghet. Jetzt kommt dia Aufklärung, denn koin Dag goht mr dümmer en’s Bett, als mr ufgstanda isch.

Dr „Graddl“ isch a Vergabelung bei de (schwäbische) Fiass, dort wo se kurz ondrem Hentra zammakommed. Wer sei Hos em Graddl verreißt, der hot sich meischdens a zu enge Hos azoga ond sich dermit z’ diaf nonderbuckt. Wenn des passiert, muaß mr en Spickl eisetza, also a keilförmig’s Stoffdoil. No hot dr Graddl wieder Platz. En Graddl hot aber mehrere Bedeutunga: Wenn zom Beispiel ebbes aschwillt, gibd des an „Graddl“: Zom Beischbiel ka a Fenger graddlich sei, oder beim Gockel schwillt dr Kamm aa. Vom Gockel seim gschwollena Kamm kommt ao der Spruch: „Der hot en Graddl“. Was soviel bedeutet, dass er a bissle zu arg stolz drher kommt.

Wenn aber a Ma graddlich, also broitboinig drherkommt, ka’s sei, dass der an delikate Stella gschwolla isch. No hoißt’s: „Der graddlt drher wia a Pflugschleif!“ Em Zweifelsfall isch des a Graddler.

 

Bis näggschd Woch’

 

Ihr

Wulf Wager

 

kolumne@wulf-wager.de