Unwissende behauptat, Schwoba ond Errodigg, des sei paradox. Boide Begriff dädat sich gegaseitig ausschließa. Aber ’s muss sie oifach geba, die schwäbische „Errodig“, denn sonst wärat d’ Schwoba jo längst aus-gschtorba. Guad, es kommt vielleicht seltener vor als d’ Entdeckung voma Planeta, aber wenn, no gleicht die schwäbische Errodig dr Eruption voma Vulkan. Oder etwa net? Allerdings herrscht seit em Barock a in Alt-Württaberg weit verbreitete Frömmigkeit, die dr so genannte „radikale Pietismus“ ausglöst hot, emmer no über manche Schlofzimmer. „Wollluscht isch das greeschte Hindernis für die ewige Sälichkeit“, hot mr auf de lutherische Fildra predigt.

Die katholische ond lebenslustigere Leut en Neuhausen a.d.F. hend des Thema gelassener aganga kenna. Schließlich isch denne jo dia Beichte zur Gewissenserleichterong zur Verfügung gstanda. Scho an dr Wäscheleine hot ma a katholisches voma evangelischa Pfarrhaus unterscheida kenna: Bei de Lutherische send d’ Wendla vor em Pfarrhaus ghängt… ond bei de Kadolische em ganza Dorf, hend die evangelische gläschtret. Schwoba gangat pragmatisch mit em Thema Liebe om. A schwäbische Übersetzong von „Ich liebe dich!“ geit’s net. Niemals dät en Schwob saga: „I liab di!“. Höggschdens no „I mag de“ oder „Du gfallsch mr scho saumäßig!“ oder sich rückversichernd „Dädesch du mi meega, im Fall dass i di meega dät?“, oder beschtafalls: „Leg di na, i glaub i mag di!“

 

 

Bis näggschd Woch’

Ihr

Wulf Wager


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