’s gibt emmer meh Leut mit emmer weniger A’stand. Des wird mir emmer bewusster. Mir warat vor zwoi Wocha bei dr Premiere vom Harald Wohlfahrt seiner Dinnershow Palazzo auf dem Cannstatter Wasa ei’glada. Des isch emmer a absolut’s Highlight vom Johr. Wann wird mr scho mol von ma 3-Sterne Koch vrwöhnt.

Drzua na bieta dr Palazzo a super Varieteshow, die mr so kaum amol seha ka. Wirklich, mir warat total begeischtert. Mir, des war i ond mei Nochbere – Sia wissat jo, des propere 150-Kilo-Prachtsweib. Dia han i mitgnomma, weil mei Frau koi Zeit ghet hot. Es war net so ganz oifach mit derra, weil mr en dene Nischa von dem Spiegelzelt ganz bhäb uf schmale Bänk sitza muaß.

Ond nochdem mei Nochbere drei Viertel von dem zur Verfügung stehenda Sitzraum in Besitz gnomma hot, han i mit dem Reschtviertel auskomma ond uf oinr Arschback’ sitza miassa. Des wär jo no ganga. Aber neba mir isch a Pärle g’hockt, dia hend die ganz Zeit uf ihre Händies romtippt ond sich gegaseitig irgendwelche Bilder zoigt.

Des hot mi ganz verruckt gmacht, weil i erschtens die tolle Show han seha wella ond zwoitens net vrstanda ka, wie mr sich zu so ma scheena Obend eilada lässt ond dann garnet an dem interessiert ischt, was do botta wird. Aber dr absolute Oberklopfer war, dass der Gsell sei Stoffserviette wie en Schirm em Halbkreis gfaltet ond sei Händi neiglegt hot ond da ganze Obend des Fußballspiel von dr deutscha Nationalmannschaft zur EM-Qualifikatio a’glotzt hot.

Zum Glück ohne Ton. I ben en friedliebender Mensch. Aber dem Kerle hätt i o’gspitzt en Grondserdsboda schlaga kenna.

Bis näggschd Woch’

 

Ihr

Wulf Wager

 

kolumne@wulf-wager.de