„Schtuegert“ kann man ja leicht übersehen, denn es liegt in einem tiefen Talkessel. Manche sagen „ema Loch“. Paradoxerweise liegt Deger-„loch“, der ehemalige Höhenluftkurort, hoch auf den lichten Höhen der Filder. So an Bleedsenn. Eigentlich müsste es Deger-garten und Stutenloch heißen!

Stuttgart ist nun mal die Hauptstadt des Ländles. Das ist ein Umstand, der es im Land nicht gerade beliebt macht. In Oberschwaben wird kolportiert: „Wer Vaddr ond Muddr it folgt, muss noch Schtueget“. Schließlich geht von Stuttgart eine unglaubliche Sogwirkung aus. Alles ist im Fluss und so zieht es denn alle Steuergelder magisch nach Stuttgart. Erschwerend kommt hinzu, dass das Ländle von Stuttgart aus regiert wird, was zumindest den badischen Schwaben und den von König Friedrich annektierten oberschwäbischen Landen ein dicker Dorn im Auge ist.

„En Schtuegert mecht i net tot ibrm Zaun hänga!“, heißt es da. Der Hauptsitz nahezu aller Verbände und Organisationen befindet sich in Stuttgart. Deshalb muss so mancher Einwohner des Landes wenigstens einmal im Jahr zum Rapport in die Landeshauptstadt. Meist graust es ihm davor. Das hat mehrere Gründe.

Erstens: Um Stuttgart herum ist praktisch immer Stau, was die Anreise extrem schwierig macht. Zweitens: In Stuttgart ist praktisch immer Stau, was die Durchreise besonders schwierig macht. Drittens: In Stuttgart sind praktisch alle Parkplätze ständig belegt, was das Parken in den wenigen nicht überfüllten Parkhäusern extrem teuer macht. Viertens: Meist möchte sich die Ehefrau des ohnehin schon geplagten Menschen einem Einkaufsrausch hingeben, während er geschäftlich unterwegs ist, was die Sache unglaublich teuer macht. Schließlich gibt es in der Königstraße ein Schuhgeschäft neben dem anderen. Letztens: Um Stuttgart herum ist praktisch immer Stau, was die Ausreise besonders schwierig macht ... Und dann kommt noch das Thema Fahrverbote dazu. Aber lassen wird das...

Bis näggschd Woch’ - dann wieder ganz schwäbisch!

 

Ihr

Wulf Wager


kolumne@wulf-wager.de