Mein Nochbere – Sia wissat jo, des propere 150-Kilo-Prachtsweib – war neulich stenksauer. Dia hot mit ihrem Ma nix meh gschwäddsd, ond des bloß, weil der oimol ihren Labello benützt hot. Drweil isch des ’s oinzige, was gega seine Hämorrhoiden hilft. Er isch ihr geganüber sowieso emmer em Nochdoil. Erschtens wiegt er net amol d‘ Hälfte von ihra, zwoitens isch’r au no en Kopf kloiner. Wie bei dr Gottesanbeterin. Aber do wird’s Männle noch dr Begattung gfressa. Weil des aber bei de Schwoba eher unüblich isch, derf er halt bei ihra bleiba.

Wenn sie vor ihm lauft, no goht er em Schatta, deshalb ischr au a bissle bloich. Damit er a bissle kräftiger ond männlicher aussieht, hot er sich jetzt so en Hipster-Vollbart wachsa lassa. Wer allerdings glaubt, dass des weniger aufwendig zom pflega isch wia sich täglich rasiera, hot sich gschnitta. Mr muaß den Bart zerscht nämlich mit Bartshampoo eiseifa, dann mit Bartöl geschmeidig macha, täglich a bissle stutza ond mit ma Bartbürschtle in Form brenga ond a Finish mit Bartwachs aufbrenga. Sonscht kommat Flöh!

Neulich hend sich zwoi Flöh ondrhalda: „Sag amol, Du siehsch jo ganz verwettert aus, was isch denn mit dir?“ „I leb em Bart vom Dirigenta von dr Stadtkapell ond ben dauernd Wind ond Wetter ond dann au no dem am Bart rontertrielenda Bier ausgsetzt. Des isch koi schee’s Leba“. „Mir goht’s do besser“, sagt dr ander. „I leb em Busagräbele von dr Frau Bürgermoischter, do isch’s woich ond warm – oifach a wunderbars Leba. Des sottesch au mol probiera!“. Gesagt getan. Noch zwoi Wocha treffat sich die Flöh wieder. „Sag mol, Du siehsch jo emmer no aus wie en Hongerleider, bisch net zur Frau Bürgermeischter ens Busagräbele ghopft?“ „Doch“ sait der ander, „ do ben i au zwoi wunderbare Däg gwäa, aber no isch dr Dirigent mit seim Bart komma, ond jetzt hock i wieder do dren.“  So ka’s ganga.

Mei Nochbere hot neulich zu ihrem Ma gsait: „Ohne Bart kommt dr Martin Schulz glei viel sympathischer rüber“. I han se no aufklärt, dass des d‘ Andrea Nahles isch. In dem Sinn wünsch i glattrasierte Tage

 

 

Bis näggschd Woch’

Ihr

Wulf Wager
kolumne@wulf-wager.de