Also über manche Leut muss i mi scho wondra. Jede Woch meh. Do ziagat d‘ Städter auf’s Land, weil’s do so schee gmiatlich zugoht. Doch isch’s ruhig, guade Luft, nette Leut. Eigentlich schee. Wärat do net die zuazogene Städter... Zu so ma Dorf ghörat halt au Baura, dia Kiah haltat. Ond mr muaß jo froh sei, wenn se die Rendviecher net em Stall a’bindat, sondern uf d‘ Woid lassat. Des isch jo viel artgerechter als Anbindestallhaltong. Jetzt isch do so a selbschtgerecht’s Pärle (wahrscheinlich pensionierte Lehrer – ok, des war jetzt zynisch ;-) nach Holzkirchen im bayrischa Oberland zoga – weil’s do halt so schee ond so typisch bayrisch isch. Dodrzua gherat halt au Kiah mit Kuahglocka. So isch des in de Alpaländer Tradition, des ghert do oifach drzua, so wia d‘ Kirchaglocka bei ons odr dr Ruf vom Muezzin en de islamische Länder.

Allerdings hot sich des renitente Pärle sowohl am Gebimmel von de Kuahglocka, wia au am Gruuch ond an de Fliaga gstört. Also hot der Ma von sellem Pärle dia Bäurin auf Unterlassung verklagt (sozusage Kuhglockakläger vor em königlich-bayrischa Amtsgericht). Dodrmit isch’r en dr erschta Inschtanz gscheitret. Ond weil de net zwoimol vor dr gleicha Inschtanz klaga kasch, hot jetzt sei Frau au nomol vor em Landgericht en München klagt ond isch wie ihr Ma abgwiesa worda. Jetzt wellat dia boide renitente Alte en die zwoite Inschtanz vor em Oberlandesgericht ziega. I be mr sicher, dass DES Pärle en Holzkircha sicher wohl glitta isch...

Drbei hot sich die Frau amol zom Sonna auf dia Woid glegt, wo grad koine Kiah do warat. No isch se eidöst. En dr Zwischazeit hot die Bäurin ihre Kiah rausglassa ond oine isch grad über derra Sonnabaderin zom standa komma. Wo di aufgwacht ischt, direkt mit dem Euter über ihrem Kopf, hot se em Aufwachdomel gsait: „Aber, aber meine Herren, einer nach dem anderen!“.

So schee ka’s Landleba sei!

Bis näggschd Woch’

 

 

Ihr

Wulf Wager
kolumne@wulf-wager.de