Mei Verhältnis zu Lährer isch seit meiner Schulzeit a bissle gstört. Warom des so isch, ka i leider net erklära, weil dr Platz en derra Kolumne net ausroicha dät. Seit letschter Woch’ hot sich mei Vorurteil wieder weiter verstärkt.

Beim Abiball von dr Jüngschta von meira Nochbere – Sie wissat jo, des propere 150-Kilo-Prachtsweib – isch au en Tisch voll Lährer do gwäa. Dass net älle Lährer do warat, die die Jonge en de letschte zwei Johr ondrrichtet hend, fend i scho a gewisse Reschpektlosigkeit ihre Schüler gegenüber.

Wie sollat dia denn Respekt lerna, wenn se ’s net vorglebt kriagat. Die viel größere Reschpektlosigkeit aber war, wie die Lährerinna ond Lährer a’zoga warat. Dia Jonge warat ausnahmslos blitzsauber em Kloid oder em A’zug gsteckt. Aber die Lährer!!!

Guat, wenn oinr koi Krawatt mag, no ka ’r au mit offenem Hemd em A’zug komma. Aber koiner von dene 15 Lährer hot nur em Entfernteschta so ebbes a’ghet wia en A’zug! Jeans, Bermudahemda ond dr Gipfel der Genüsse war en Lährer, der mit Birkenstockschlapper aufkreuzt isch.

I han mi so arg gschämt, des kennat Sie sich gar net vorstella. Vor dr Schul hend se a Schild aufgstellt, wo druf stoht: „Überfahren Sie die Schulkinder nicht!“ I ben no glei am näggschda Dag na gfahra ond han dronter gschrieba: „Warten Sie lieber auf die Lehrer!“ So isch’s em Gymnasium.

An mei Grondschulzeit han i aber die beschte Erinnerunga. Neulich han i mei hoch betagte Grondschullehrerin beim Friseur troffa. Do hot se mir vrzehlt, dass en ehemaliger Schüler sie jeden Sonntag om siebane abholt on mit ra zom Bada noch Bad Ditzabach fährt. Oifach aus Dankbarkeit. Des dät dia Dochdr von meira Nochbere mit den Astandsignoranda sicher net. Ond dodrfir han i sogar Verständnis.

 

 

Bis näggschd Woch’

Ihr Wulf Wager

kolumne@wulf-wager.de