I war glei noch Oschtra krank. Mi hot’s so richtig schlemm vrwischt. Fieber, Huaschta, Schnupfa, so a richtig brutale Männergrippe. I war dem Tod geweiht. Ond wenn i so ebbes Lebensgefährlichs han, no leg i mi net oifach uf da Sofa – i bahr mi auf. I ben die meischt Zeit em Bett glega. I war jo viel z‘ schwach zom en’s Wohnzemmer laufa.

Mei Frau hot me zom alloi zom Arzt gschickt, statt dass se mr da Pfarrer an’s Bett bschdellt hot, des herzlose Mischtstück. Se hot gsagt, i soll me mit kalter, feuchter Erde eireiba, no dät i mi scho mol dra gwöhna. Jetzt han i amol ghört, dass des guat sei, wenn mr kräftig schwitzt. Also han i mir von meira Frau en Lindablütatee macha lassa, han me ens Bett glegt ond mit femf Decka eipacka ond vier Bettflascha so richtig eiheiza lassa. I han mir vor em Zudecka dia Ohrstopsel von meine Kopfhörer en d’Ohra gsteckt ond Meditationsmusik laufa lassa.

Ronterkomma ond schwitza, des passt bestimmt guat zamma, han e denkt. Zu meira Frau han e gsagt, sui soll en ra halba Stond wiederkomma, noch mr gugga ond mi auspacka. I han jo nix macha kenna, denn meine Händ warat ondr dr Decke eipackt. I han no agfanga entspanna ond schwitza – ond zwar wia d‘ Sau. Also schwitza. Noch o’gfähr zeah Minuta hot’s me em Ohr g’juckt. No han i mei Ohr a bissle am Kopfkissa grieba, ond prompt isch mr dr Ohrstöpsel von meine Kopfhörer rausghagelt. Aus war’s mit dr Meditationsentspannung. No han i bloß no gschwitzt ond nemme entspannt.

En dr Not han i noch meira Frau gschria, dass se gschwend komma ond mir behilflich sei soll. Se hot me aber net ghört. I han mir schier d’Kuttl aus em Leib gschria: „Hilfe!, Hilfe!“ Aber se hot me net ghört. Mei Entspannung war vollständig beim Teifl. I han no nia so gschria wia do. Mir isch d’ Briah nagloffa, des kennat’r eich net vorstella. Au noch ra halba Stond isch se net komma. Do kenntescht vrrecka , ’s dät koiner merka. I han mr für en kloina Moment überlegt, mi scheida zom lassa – oder wenigschtens mei Teschtament zom überarbeita. Grond gnuag hät i jo g‘hett. Aber i han no beschlossa, ’s näggschde Mol, wenn e so an lebengfährlicha Männerschnupfa han, oifach mit em Sanka ens Krankahaus zom fahra.

Ond die Moral aus derra Gschicht: Männer mit Männerschnupfa zittrat net wega Schüttelfroscht, sondern weil ihr Frau so kalt zu ihne isch. Mei Frau sagt: Gott hat die Männergrippe bloß erschaffa, om d’ Fraua in da Wahnsinn zom treiba. So hot halt jedes Deng zwoi Seita.

 

 

Bis näggschd Woch’

 

Ihr Wulf Wager

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