Über’s Finanzamt schempfa, do duat mr sich als Bürger leicht. I frog mi halt manchmol, wer schuld isch an dem ganza Schlamassel, dr Gsetzgeber, also die Polidiggr oder die Sesselfurzer en de Beamtastuaba. Tatsach isch, dass viele Deutsche da Abzug vom Staat von Lohn ond Gehalt als immer drückender empfindat. Leischtungsträger werdat regelrecht ausgschlachtet. Wenn de viel schaffsch, muasch viel zahla. Profitiera dent bloß die ganz Reiche, die da Staat au no mit CumEx-Geschäfte schwer gschädigt hend.

Do derf mr sich vom Staat scho gmolka fühla. Es gibt auf dr ganza Welt bloß oi Land, des meh Steura vrlangt als Deutschland., ond des isch Belgien. Bei ons werdat die Bürger mit knapp 50% belaschtet. Die Hälfte von dem, was a Unternehma für Arbeitnehmer aufwendet, wird vom Staat kassiert. Von dem Geld kriegat no so Leut wie dr Ex-Bundespräsident Wulff en Ehrasold von meh als 200.000 Euro – für’s Nix-doa. Drbei isch der xond und ka schaffa. Des duat ’r au.

Aber die Kohle kriegt ’r trotzdem, dodrfir, dass ’r 20 Monat Bundespräsident gwäa isch. Drzua na kriegt er no a Büro-Vollausstattung mit ma Büroleiter, zwoi Referenta, Bürokraft ond Fahrer. Lebenslang!!! Des koschtet da Steuerzahler nomol zwischa 0,9 ond 2,3 Milliona pro Johr. Ond des, obwohl die Ex-Staatsoberhäupter im Schnitt bloß 2,6 Tag pro Monat im Büro send ond dort hauptsächlich private Tätigkeita nochgangad, so dr Bundesrechnungshof. Wenn die was für’s Land machat, sollat se au ebbes kriaga, aber so doch net!

Jonger Vaddr, des isch en Selbschtbedienungslada auf onsre Koschta. Ond jetzt kriag i a Schreiba von meim Steuerberater, wo der mir schreibt, dass mir zwar am 20.2. onser Einkommenssteuererklärung ans Finanzamt übermittelt häbat, aber bislang a Vranlagung net erfolgt sei. Wenn dia Schlofkappa em Finanzamt den Fall bis zum 1.4. net bearbeitet hättat, dädat Vrzugszinsa in Höhe von 6% afalla. Nomol langsam zom Mitschreiba: I han älles rechtzeitig abgeba. Ond jetzt soll i Vrzugszinsa zahla, wenn dia Sesselfurzer em Finanzamt vor sich no schlofat. Ond des isch au no rechtens. Laut § 223a Abgabenordnung. Do stoht de so dren. Goht’s no?

I kennt nadierlich a freiwillige Vorauszahlung macha. Des goht aber bloß auf Antrag. Wenn des mei Steuerberater macht, send aber vermutlich dem seine Koschta höher, als dr Zinswaufwand „wega Vrzug“. Mr muass net älles vrstanda. Aber dass d’ Leut, die normal denkat, langsam en Brass uf da Staat kriagat, isch irgendwie vrständlich. I ben no selber en’s Finanzamt zom Vorsprecha. No han i zu dem Beamta gsagt: „Nemmat Se doch endlich Vrnunft a!“. No hot dr g’antwortet: „I ben Beamter, i derf nix a’nehma.“

 

 

Bis näggschd Woch’

Ihr

Wulf Wager


kolumne@wulf-wager.de