Dia Faschtazeit, der die ausschweifende Fasnet vorgschaltet gwäa isch, hot jo drzua dient, dass mr sich spirituell, und durch Vrzicht auf Produkte von warmblütige Tiere au körperlich auf die Passion Christi vorbereitet hot. Do hot’s friher 40 Dag lang koi Floisch, koi Wurscht, koin Käs, koi Milch, koin Butter ond so weiter gäba.

Do bleibt nemme viel übrig. Jedafalls war mr anschließend net bloß geläutert sond au meischt a bissle xönder. Guat, des war amol, vor ällem bei de Katholische. Die Wiaschtglaibige (aus Sicht von de Katholika) hend jo – zumindescht in de pietistische Gegenda – ohnehin frömmer ond weniger ausschweifend g’lebt. Zumindescht offiziell.

In d’ Häuser hot jo koiner gucka kenna... In dr letschta Zeit faschtat aber immer meh Leut. Sie vrzichtat auf Alkohol, auf Süßigkeita, auf’s Raucha, auf Social Media, Internet ond so weiter. I han mir für die diesjährige Faschtazeit a Meinungsfaschta auferlegt. Des hoißt net, dass i koi Meinung zoma Thema han, sondern, dass i die oifach amol vierzig Dag für mi b’halt. Zumindescht wenn’s om a Thema goht, wo i wenig drvo vrstand oder garnet betroffa ben.

Wenn zum Beispiel jemand net von Intelligenz betroffa ischt, so soll ’r halt still sei. Oifach bloß amol dene zuhöra, dia ebbes drvo vrstandat. Wem des schwer fällt, der ko jo sei Meinung in a Biachle schreiba ond an Oschtra gucka, was drvo no aktuell ischt. I jedenfalls mach des Meinungsfaschta. Außerdem verzichte i auf bleede Leit, Streit, Neid ond Missgunscht. Wenn des älle dädat, no wär onser Ländle a Paradies!

 

Bis näggschd Woch'

 

Ihr

Wulf Wager

 

kolumne@wulf-wager.de