Hend Sia schomol ombaut ond trotzdem em gleicha Haus gwohnt? Net? Mir scho. Seit vorletscht Woch’ gangat bei ons Bauarbeiter ei ond aus. I ben a Nachtschaffer, ond wenn dia Arbeiter om halb femfe gangat, han i no mindeschtens femf Stond Gschäft vor mir. Also ben i morgens im siebane no net wirklich g’riecht. Manchmol begegne i morgens, wenn i aus em Schlofzemmer komm, ma wildfremda Menscha, der sich an meine Stromleitonga zom schaffa macht oder Gips an d’ Wänd keit.

Meira Frau han i klarmacha miassa, dass se nemme im Schlofgwand en d’ Küch’ ganga derf. Sia schloft nämlich neggedich. Aber letscht Woch’ war se mol no so vrschlofa, dass se nemme dro denkt hot, dass se nix a hot. Dia Bauarbeiter hend jedenfalls ihren Spaß g’het ond warat da ganze Dag zemlich luschdig. Seither kommat se morgens no bälder.

So Handwerker send jo net bsonders schnell. Em Gipser isch neulich sei Brei em Kiebale fescht worda. Ond letscht Woch’ hot en Maurer mit ra Holzlatt’ a Schneck erschlaga. No han i en g’frogt, warom er des gmacht hot. „Na hören Sie mal, den ganzen Tag verfolgt mich dieses aufdringliche Biest!“, war sei Antwort.

Am andera Dag hot oiner von de Maurer seim Kollega beichtet, dass er sei Schaufel vrgessa häb. „Macht nix“, hot dr andr gsait, „no kasch de auf meine loina!“

Trotzdem han i ’s G’fühl, dass dia Handwerker emmer 100 Prozent gebat: 12 Prozent am Meedich, 23 Prozent am Dienstag, 40 Prozent am Mittwoch, 20 Prozent am Dorschdisch ond 5 Prozent am Freidich ...

 

Bis näggschd Woch'

Ihr Wulf Wager

 

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