Mei Nochbere – Sie wissat jo, des propere 150-Kilo-Prachtsweib – hat ihrer 92-jähriga Tante, um die sie sich immer liebevoll kümmert, neulich an ganzes Päckle Glückskekse zum Bsuach mitbrocht. Sie hot denkt, do macht se ihra a Freid.

Wo se ’s no ’s näggschde Mol wieder zom Busach war, hot se ihr Tante gfrogt, wia ra denn dia Glückskekse gschmeckt hättat? No hot dui gsagt: „Dia brauchsch mr nemme brenge, dia schmeckat jo wia Pappadeckel?“ „Aber Tante, des send doch Glückskekse, do hot’s Zettela mit nette Sprich druf dren!“ „Was für Zettela?“ Mei Nochbere führt emmer lange Gespräche mit ihrer Tante.

Neulich hot se se gfrogt, wer denn ihr erscht große Liebe voll Luscht ond Leidaschaft gwä sei? Die Tante: „D’ Feuewehrkapell, mei Liebe, d’ Feuerwehrkapell!“ Die Tante hot sich übrigens erscht vor zwoi Johr scheida lassa. Sie hot nämlich ihren Ma grfogt, ob er sie au no lieba dät, wenn sie alt ond hässlich sein. „Aber des tua i doch!“, hot der no gsait.

Ond des hot no da Ausschlag geba. No send se zom A’walt ganga mitnander. Der hot no gmoint, dass des jetzt mit 92 und 90 doch nemme lohna dät. No hot dui Tante gsait: „Wissat se, Herr Anwalt, bei ons klappt’s scho seit dreiß’g Johr nemme. Aber mir hend halt warta wella, bis d’ Kender gstorba send.

 

Bis näggschd Woch’

 

Ihr

Wulf Wager

 

kolumne@wulf-wager.de