Jetzt isch jo grad wieder ’s Volksfescht en Cannstatt auf em Wasa. I ben nadierlich glei am Samschdag noch em Fassa’stich nondr uf da Wasa ond han zwoi Maß tronka. Seit a paar Johr isch es jo total in, in Tracht oder besser gsait im Dirndl ond in dr Lederhos uf da Wasa zom ganga.

Nochdem mir a Dirndl net so stoht, han i mir also a gscheide Hirschlederhos a’zoga on ben en so au grauß’ Zelt gsessa. Mir geganüber isch a so a aufgedirndelte Schabracke im Best-Äidscher-Alder gsessa, mit ama Mini-Dirndl des ihrem UHU-Alter woiß Gott net a’gmessa war. Grad, dass dr Arsch von dem rosana Stofffetza bedeckt war.

Dia war em Gouda-Alter: mittelalt, mittelscharf. Des war so a ganz vom Solarium vertrocknete ond verschmurgelte Hutzel. ‚s Dekollete war so faltareich, wia a Akkordeon. Em Gsicht hend sicher z’erscht en Stuegerter Stukkateurmoischtr ond no en Moler ihre Meischterprüfonga gmacht. Ond gstonka hot se wia a Puffmuddr uf Betriebsausflug.

Net, dass Sie mi missverstandat, i mog ’s, wenn sich Fraua aufzwirblat ond guad schmeckat, aber des war oifach z’ viel. I war jo fascht dr Ohnmacht nahe. Dia Hutzel han i mir a Weile aguckt ond mit jedem Schluck Bier ben i mutiger worda.

I hätt still sei solla, aber im Gnick han i mein Schalk sitza spüra, der mir emmer ins Ohr gflüschtert hot : „Sag ’s! Sag ’s!“ No ben i noch dr dritta Maß ganz mutig worda, han derra streng en d’ Auga guckt ond han zu ra gsait: „Sia send aber hässlich!“ No hot dui mi, wie net andersch zu erwarta war, angherrscht: „Sie sind ja betrunken!“

„Jo“, han i gsait, aber i ben morga wieder nüchdern!“ Schee’s Volksfescht – ond kommat et hoim wia d’ Sau!

Bis näggschd Woch’

 

Ihr

Wulf Wager

 

kolumne@wulf-wager.de