Meira Nochbere – Sia wissat jo des propere 150-Kilo-Prachtweib – ihr Jüngschte hot ihr Abi gemeischtert ond endlich dui Schulzeit hentr sich brocht. Jetzt hot bloß no dr Abi-Ball gfehlt, ond der war am vergangana Samschdag.

Mei Frau ond i warat au eiglada. I han me scho saumäßig drauf gfreit, wie die ganze Jonge, dia sonscht emmer en ihre Arschhängerhosa durch d’ Gegend laufat, en saubere Azügla atanzat ond dia Mädla, die sonscht ihre Speckwargela über viel zu kurze Jeans hängat plötzlich en lange Kloider oder Cocktailkloider, sauber grichtet zom Fescht erscheinat.

Dia oinzig wirklich schlecht a’zogene Leut warat d’ Lehrer! Die boide Döchdr von meira Nochbere send wega ihre raute Hoor nadierlich a bissle blasser als die donkle, solariumgereifte Schönheita. Jetzt war dr Farbondrschied zwischa ihre sonnagebräunte Ärm ond em Rücka von meira Nocbere ihrer Jüngschta doch a bissle arg.

Also hot se sich a selbschtbräunende Hautcreme kauft ond Obends noch em Duscha ihr Schwester gfrogt, ob se ihra gschwend da Buggl ei’crema kennt. Se soll sich aber anschließend d’ Fengr wäscha, hot se extra no zu ra gsait. Des hot dia aber net do, denn sie hot denkt, dass die Creme ihre Händ au guat doa dät. Weil se in Gedanke ganz woandersch war, hot irgendwie net verinnerlicht, dass es sich bei dera Creme om a Selbschtbräunungscreme ghandelt hot.

Am näggschda Morga no, hot se schier dr Schlag troffa, wo se ihre negerbraune Händ gsäah hot. Sie hot ihr Schwester verflucht ond war grätig wia d’ Sau. Stondalang hot se ihre Händ gschrubbt, mit dem Ergebnis, dass se nocher koine negerbraune, sonder wundrote Händ geht hot. Gholfa hend schließlich bloß no feine Satinhandschuah, die mr no schnell em Brautmodalada bsorgt hot ...

 

 

Bis näggschd Woch’

 

Ihr Wulf Wager

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