Schwäbisch geit ’s scho seid zwoitausend Johr. Domit isch dui Sproch rond vier mol so alt, wie des Lutherdeutsch, des sich em Verlauf von de letschte femfhondert Johr so ganz hälenge zur Standardsproch en Deutschland entwickelt hot.

Ond Schwäbisch isch mendeschtens so a guads Hochdeutsch wie dui Standard-sproch. Wenn also irgendwelche hochbezahlte Werbeagentura den saudomma Slogän prägat „Wir können alles. Außer Hochdeutsch!“, so isch des net bloß idiotisch sondern scho mol grondfalsch, weil Hochdeutsch eigtentlich die Sprache vom hoha, des hoißt vom mittlera ond südlicha Deutschland isch.

Denn der Norda von Deutschland isch jo Niederdeutsch. Dui Bachel en derra Werbeagentur wissat net amol, wo oba ond onda isch. Ausgrechnet die Niederdeutsche moinat, se dädat ’s beschte Deutsch schwätza. So a Arroganz. Wo doch jedes Kend woiß, dass bloß mir Schwoba de scheenschte von älle Sprocha hend.

Welche Sproch kennt scho so scheene Ausdrück wia:

Muggaseggele = klitzekleiner Fliegenpenis

Kreizbieradackel = besonders ungeschickter Tölpel

Hennafiedle = Hühnerpopo

Herrgottsblitz = ein durchtriebener Teufelskerl

Sauriebeleskopf = halsstarriger Dickschädel

Schnäbäbber = nie still stehendes Plappermaul

Goißaziefer = Gruppen von pubertierenden Mädchen

Fledrawisch = Gänseflügel zum Abwischen des Herdes

Butzamäckeler = eingetrockneter Nasenschleim

Sehn ’r, scheener ka Hochdeitsch net sei, oder? Ond wo onser Herrgott dia Sprocha vrdoilt hot, isch am Schluss no dr Schwob ibrigblieba ond hot da Herrgott gfrogt, wie es denn jetzt sprecha soll. No hot dr Herrgott a bissle ibrlegt ond hot gsagt: “No schwätsch halt so, wia i!”

 

Bis näggschd Woch’

 

Ihr

Wulf Wager

 

kolumne@wulf-wager.de