I mag Sprichwörter ond Redensarta, weil i fend, dass des onserer Sproch da nötige Pfeffer geit. Aber manche verstandat sich oifach net druf, Sprichwördr richtig eizomsetza. Hot mei Nochberin – Sie wissat jo, des propere 150 Kilo-Prachtsweib – hot neulich zu mir ema Gspräch ganz beiläufig gsait: „I han das Hasa glei g’rocha!“ „Jo“, han i gsait, „ond i woiß, wo dr Brota läuft!“ Dodruf Sia: „Abwarta ond Kaffee trenka. Wer z’erscht lacht, lacht am lauteschta“. I han se nadierlich korrigiera wella, aber mitta em Satz hot se mi am Kraga packt, ond no send ra d’ Auga aus dem Kopf quolla wia bei ma überventilierta Weihnacht smarkttrompetr.

Ganz näh hot se mi herzoga an ihre überdimensionierte Herzer und hot me agoscht: „Du kasch mir mit Deine Sprichwördr net imprägniera, ond wenn de no so pernament druf romreitesch.“ „Jo“, han e gsait, „was kümmert’s die deutsche Eiche, wenn sich di Wildsau an ihr wetzt“.„Richtig!“, hot se no ema Afall von theatralischer Errodig gsait, „wem Du’s heute kasch bsorga, des verschieb net auf morga. Komm rei! Wo a Pille isch, isch au a Sofa!“ Gelegaheit macht Liebe.“Hilfe! Aber i han mi gar net liebesbedürftig gfühlt. Statt dessa hend en meim Hirn älle Warnlichter uf oimol blitzt ond die Weltondrgangssirene hot mein Schädel vibriera lassa. No ben i aber dapfer en mei Haus gspronga. Schließlich isch dia Stoßschdange aller Laschter Anfang ...

Bis näggschd Woch’

 

Ihr Wulf Wager

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