Sodele, jetzt send dia üppige Feschtdäg au vorbei. No kennat mr au amol a Späßle macha über’s hemmlische Bodapersonal. Dr Hergott mag luschtige Leut. Grätige hot’r en seim Personalbestand gnuag. „Lacha ibr d’Geischtlichkeit, ja duat ma denn des?“ frägt sich der evangelisch-pietistisch geprägte Alt-Württemberger, während sich diese Frage für einen katholischen Neu-Württemberger eigentlich gar nicht stellt.

Denn die katholischen „Haierle“ (von etwas Höheres sein) und „Schwarzkittel“ waren den einfachen Leuten ob ihrer vom Zölibat geprägten Lebensform immer schon a bissle suspekt. Wasser predigen und Wein trinken – damit konnten sie die gläubigen Schwaben nicht überzeugen:Der Bischof kommt zum oberschwäbischen Dorfpfarrer zur Visitation. Nachdem beide die Kirchenbücher miteinander durchgegangen sind, möchte seine Eminenz gerne die Räumlichkeiten des Pfarrhauses sehen. Der Dorfgeistliche führt ihn durch das Pfarrhaus. Das ist jedoch sehr spartanisch eingerichtet. In der Wohnstube fehlt der Tisch.

Als der Bischof das bemerkt, fragt er den Pfarrer: „Aber Hochwürden, Sie haben ja gar keinen Tisch. Was machen Sie denn, wenn Sie essen wollen?“ „Des isch ganz oifach“, entgegnet Hochwürden, „dann knuilet mei Hausere (schwäbisch: Zölibatesse) vor mi na, ond no kann i auf ihrem Buggl essa.“

Das leuchtet dem Bischof ein.Als sie das Schlafzimmer betreten, kann der Bischof nirgendwo ein Bett entdecken. „Aber Hochwürden, Sie haben ja gar kein Bett. Was machen Sie denn, wenn Sie die Müdigkeit überfällt?“ Daraufhin der Dorfgeistliche: „Ha, no dreh i oifach mein Tisch om!“

 

A guad’s ond xond’s Nuis Johr wünscht

 

Ihr Wulf Wager

kolumne@wulf-wager.de