Der Entwurf für den Doppelhaushalt 20/21 der Stadt Stuttgart steht. Darin fehlt: die Jugendfarm Zuffenhausen. Ein Skandal, finden die Vorstände Hans-Peter Mangold und Alexander Nickel.

 

Am Freitag, 20. Dezember, wird die Stadt Stuttgart den Haushaltsplan für die nächsten zwei Jahre verkünden. Für Alexander Nickel und Hans- Peter Mangold, Vorstände der Zuffenhäuser Jugendfarm, ist es ein Tag, der über die Zukunft der seit nunmehr 45 Jahre alten Einrichtung entscheidet – einer Einrichtung, die jährlich von etwa 12.000 Kindern besucht wird und längst zu den beliebtesten ihrer Art im gesamten Stadtgebiet zählt. Sie steht für Integration und Inklusion in einem sozial schwachen Stadtteil, und um ihren Fortbestand haben Nickel, Mangold und ihr Vorstandsteam zwei Jahre lang wie die Löwen gekämpft. Das Ergebnis: „Im Bürgerhaushalt stehen wir mit unserer Forderung nach einem Zuschuss für den Neubau unseres Farmgebäudes an 22. Stelle aller Anträge und im gesamten Stuttgarter Norden haben wir den Spitzenplatz inne“, so Mangold nicht ohne Stolz. Hinzu kommt die einmütige Unterstützung durch den Zuffenhäuser Bezirksbeirat.

„Ohne Zuschuss stehen wir vor dem Aus“, erklärt Nickel. 370.000 Euro fehlen, um den Neubau zu verwirklichen. Obwohl sich im Vorfeld eine Mehrheit im Gemeinderat für die Rettung der Farm ausgesprochen hat, fehlt der Zuffenhäuser Top-Antrag im Haushaltsentwurf von Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Für die beiden Vorstände ist das ein Skandal. „Schon vor acht Jahren war die Jugendfarm mit ihrem ersten Neubauentwurf auf Platz zwei im Bürgerhaushalt gelandet – und heute stehen wir immer noch an Top 22,“ so Nickel. Sein Stellvertreter fügt hinzu: „Für den Neubau haben wir uns die Hacken abgelaufen, fast alle Ämter aufgesucht, einen Architekten einbezogen und stehen jetzt kurz vor der Planreife.“ Durch den Rückhalt im Zuffenhäuser Bezirksbeirat waren die führenden Jugendfarmler zunächst sicher, dass sie es auf die „Grüne Liste“ des OB’s schaffen – wie der erste Haushaltsentwurf auch genannt wird. Jetzt geht der Kampf ums Geld und damit um das Fortbestehen der Jugendfarm in eine neue Runde. Sie endet am kommenden Freitag, wenn der Doppelhaushalt 2020/2021 vom Stuttgarter Gemeinderat verabschiedet wird. Es bleibt bis zur letzten Minute ein Hoffen und Bangen, ob damit auch der Abschied von der Jugendfarm Zuffenhausen in ihrer heutigen Form einhergeht.

 

Ob die Jugendfarm den Zuschuss von 370 000 Euro bekommt, entscheidet sich bei der dritten und letzten Haushalts-Lesung im Stuttgarter Rathaus am Freitag, 20. Dezember. Die Lesung ist öffentlich.