Sport Stacking ist ein rasantes Spiel mit Bechern. Es fördert Konzentration, Koordination und Kameradschaft. Der TV 1889 Zuffenhausen übt die Sportart mit viel Ernsthaftigkeit und Erfolg aus.

 

 

Wer an einem Donnerstagnachmittag in den Zeichensaal des Ferdinand-Porsche-Gymnasiums blickt, dem bietet sich ein kurioses Bild: Von den rund zehn Personen im Raum steht die Hälfte mit gebeugten Knien und gerunzelter Stirn vor den Tischen. Nach einer im Regelwerk festgelegten Choreografie stapeln sie in rasendem Tempo ein Dutzend Kunststoffbecher zu definierten Formationen auf, um und wieder ab – so schnell, dass sich keine einzelnen Bewegungen erkennen lassen.

Trotz der unglaublichen Geschwindigkeit ist außer leisem, stetigem Klacken nichts zu hören, was der Szene fast etwas Surreales verleiht. Wolfgang Bleischwitz, Trainer der Stacking-Abteilung des TV1889 Zuffenhausen und längst im Bann der Becher, lacht: „Der Deutsche Rekord der Altersklasse bis sechs Jahre liegt für 333 bei 2,7 Sekunden.“ Beim Sport Stacking, in den 1980er Jahren in Amerika erfunden und 2004 nach Europa importiert, geht es darum, eine bestimmte Anzahl Becher in möglichst kurzer Zeit fehlerfrei zu Pyramiden zu stapeln und wieder abzubauen.

Einzel-und Teamdisziplinen

Die einfachste Formation ist 333, bei dem drei Stapel mit je drei Bechern aufgebaut werden. Es gibt drei Einzel-und zwei Teamdisziplinen; beim Einzel arbeiten beide Hände im Wechsel; beim Doppel stapelt der eine Spieler mit der linken, der andere mit der rechten Hand. „Stacking schult die Augen-Hand-Konzentration. Es gibt sogar Studien, dass die wechselnde Aktivität der Hände die Vernetzung beider Gehirnhälften verbessert“, erklärt Bleischwitz.

Die 19-jährige Agnetha, die in ihrer siebenjährigen Laufbahn bereits zahlreiche Wettkämpfe gewonnen hat und amtierende Europameisterin ist, lässt mit einem finalen „Plopp“ ihre Becher ineinander fallen: „Auf jeden Fall wird man umso schneller desto mehr man Fingerfertigkeit und Konzentration schult.“ Sie selbst trainiert ungeachtet bisheriger Erfolge weiter, schließlich lockt irgendwann in der Zukunft die Weltmeisterschaft. Ihrem zehnjährigen Kamerad Ole, seit zwei Jahren mit von der Partie und schon Deutscher Meister, hat es neben dem Spaß vor allem der Bewegungsfaktor angetan: „Ich mache das als ruhigen Nebensport zum Handball.“

Soziale Komponente

Seine Stacking-Abteilung verdankt der TV89 Bleischwitz‘ Initiative. Seit ihn sein Sohn vor über zehn Jahren zum Becherstapeln verführte, schätzt der 59Jährige die Sache nicht zuletzt wegen der sozialen Komponente. „Es ist eine Sportart, bei der Teamgeist und Fairplay im Vordergrund stehen, und die sich für jedes Alter, jeden Fitnesslevel und auch für Menschen mit Behinderung gut eignet.“ Neben den klassischen gibt es auf Wettkämpfen ElternKindDoppel in zwei Altersklassen, wobei sich die Zugehörigkeit an dem Alter des jüngeren Spielers orientiert. Ferner finden bei manchen Turnieren spezielle Wettkämpfe für Menschen mit Behinderung statt, bei denen sich die Klassenzugehörigkeit neben dem Alter auch nach dem Grad der Einschränkung richtet.

 

 

Schnuppertermine

Wer es selbst mal probieren will: Die Stacking-Abteilung des TV 89 Zuffenhausen nimmt am Kinder-und Jugendfestival am 29. und 30. Juni auf dem Schlossplatz teil. Schnuppertermine können mit Wolfgang Bleischwitz (wbleischw@ web.de) vereinbart werden. Weitere Informationen unter dem Stichwort Sport Stacking auf www.tv89zuffenhausen.de/go/