Evangelische Kirchengemeinde möchte sich ab 2020 tolerant zeigen: Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare und Unterstützung für homosexuelle Pfarrer geplant.

 

 

Ein beliebiger Sommertag in Zuffenhausen: Ein Paar schlendert zur Eisdiele, genießt das schöne Wetter, setzt sich auf die Stufen vor der Pauluskirche. Er hält seine Hand und küsst ihn. Einer der beiden Männer ist der Pfarrer in Zuffenhausen. Der mit seinem Partner – ohne sich verstecken zu müssen - leben kann und seine Liebe nicht abstreiten muss. Ein realistisches Szenario? Und ist es ebenso vorstellbar, dass das Brautpaar, welches in der Pauluskirche vor den Augen der Gemeindemitglieder von Pfarrer Kümmel den Segen bekommt, zwei Männer oder zwei Frauen sind?

So könnte es jedenfalls schon in wenigen Wochen sein, genauer gesagt ab 2020. Denn dann soll sich in der evangelischen Kirche einiges ändern. Die evangelische Kirchengemeinde Zuffenhausen gehört bereits seit 2017 zur Regenbogengemeinde. In dieser Initiative sammeln sich Kirchengemeinden, die lesbische und schwule Gemeindemitglieder willkommen heißen. Die Kirchengemeinde möchten offen sein für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und für Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit ihrer Partnerin beziehungsweise ihrem Partner im Pfarrhaus leben wollen. Das war bislang die Theorie.

Nun geht es an die Umsetzung, denn die Landessynode hat nach ausgiebiger Diskussion im März 2019 beschlossen, dass in einem Viertel der Kirchengemeinden in der Württembergischen Landeskirche Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare möglich sind. Dieses Gesetz tritt zum 1. Januar 2020 in Kraft. Und die Evangelische Kirchengemeinde Zuffenhausen möchte dies nun auch in die Tat umsetzen und Toleranz vorleben.

 

 

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