Obwohl die Deportation der Opfer im Dritten Reich in unmittelbarer Nachbarschaft stattfand, sind diese Menschen außerhalb ihres Familienkreises heute - wenn überhaupt - nur noch anonym und in ihrer Gesamtzahl von Interesse.
Seit 1997 verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig für das von ihm ins Leben gerufene "Kunstprojekt für Europa" Stolpersteine und gibt den Opfern endlich wieder einen Namen - und zwar direkt dort, wo sie einst gewohnt haben.
In mühevoller Feinarbeit knüpfen zuvor die ehrenamtlich arbeitenden Stolperstein-Initiativen (von denen es allein in Stuttgart 15 gibt!) gemeinsam mit den Arbeitskreisen für bestimmte Opfergruppen Kontakte zu den einstigen Nachbarn und Angehörigen, um die Lebensgeschichten der Opfer nachzuzeichnen.
Am 22. und 23. November verlegt Gunter Demnig in acht Stuttgarter Stadtbezirken weitere 35 Stolpersteine im Andenken an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors.
Alle genauen Termine finden sich unter
www.stolpersteine-stuttgart.de.
Bisher wurden in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Ungarn Österreich, Tschechien und Italien über 11.000 Stolpersteine verlegt - davon bereits mehr als 600 alleine in Stuttgart.