Suche nach Kinofilmen
 
 



Kino-Termine

Dieser Film läuft in folgenden Kinos

 

 

Vorschau ]

zurück


SOCIAL-NETWORKS

  Facebook

 

  Twitter

 

  MeinVZ

 

  StudiVZ


Diskutieren Sie mit!

Lob oder Kritik - Sieg oder Niederlage? Ihre Meinung ist gefragt im VfB-Forum
 
STUTTGART UND REGION


 
EMPFEHLUNGEN
 
Drucken Versenden
Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 02.09.2010

Verrückt nach dir

Die Liebe macht aber, was sie will

Mit „Verrückt nach dir" gelingt der Regisseurin Nanette Burstein eine erstaunlich unromantische romantische Komödie.
 

Das kommt davon, wenn man Konventionen missachtet, es aber mit konventionellen Menschen zu tun hat. Schenk mir nichts zum Geburtstag, hat die Freundin gesagt, aber dann zittert das Kinn. Tränen, Trennung. Garrett (Justin Long) hat die Floskel absichtlich wörtlich genommen, weil er sich nicht binden will.

Das unterstellen ihm seine Freunde, geradezu feministische Jungs, sie trinken ein Bier zusammen und reden übers Weinen und darüber, warum ein Schnurrbart eigentlich eine Zeitmaschine ist und wie man damit Damen mittleren Alters glücklich macht. Als Garrett am selben Abend Erin (Drew Barrymore) kennenlernt und auf ein Bier einlädt, ist sie von den Jungs ähnlich beeindruckt wie der Zuschauer. Schwer zu sagen, wer charmanter ist, das Liebespaar oder diese Buddys, gespielt von Charlie Day und Jason Sudeikis.

Die Schauspielerführung von Nanette Burstein ist tadellos, umso erstaunlicher, als es das Spielfilmdebüt der Dokumentarfilmerin ist ("American Teenager" war beim Sundance Festival für den Regiepreis nominiert). Mit "Going The Distance", dümmlich umbenannt zu "Verrückt nach dir", zeigt sie auch ein Gespür für die Pointen der sarkastischen Dialoge neurotischer Großstädter, die sie immer etwas unterspielen lässt.

Es werden Geschlechterklischees getauscht, und weil sie darüber hinaus fast immer mit ironischen Kommentaren aufgelöst werden, lässt man sich diesen simplen Trick gern gefallen. Der Film wird diejenigen besonders freuen, die das Schicksal des besten Freundes erlitten haben: zum Spaßmachen und Ausheulen gut genug zu sein, zum Küssen und so weiter aber nicht infrage zu kommen.

Ein solcher Kumpeltyp wird in dieser erstaunlich unromantischen romantischen Komödie zum Helden. Er bekommt Erin, die burschikos und in ihrer 60er-Priscilla-Presley-Verwegenheit hinreißend und sexy ist. Die beziehungsgeschädigte Spätstudentin und der etwas jüngere Garrett, der sich bei einer Modemarke um Musik kümmert, amüsieren sich miteinander und wollen keinesfalls eine Beziehung. Die Liebe macht aber, was sie will. Als Erins New Yorker Journalismuspraktikum zu Ende ist und sie an die Westküste zum Studium und Kellnerinnenjob zurückkehrt, merken die zwei, der Abschied tut weh, und wie.

Die üblichen Fernbeziehungsmotive folgen, der Hickhack, wer zu wem zieht, wer für wen was aufgibt, doch es wird so musterhaft vernünftig darüber geredet, dass Paarberater den Film besten Gewissens ihren Klienten als gutes Beispiel empfehlen dürften. Garrett und Erin bewahren Haltung. Telefonsexversuche enden in Gelächter, und auch Trennungsschmerztrinkgelage finden ohne den in solchen Komödien eigentlich üblichen Seitensprung statt. Der unfassbar gut aussehende Kellnerkollege ist hier eben auch unfassbar humorlos, und so ist es durchaus plausibel, dass Erin lieber mit dem schlagfertigen netten Garrett zusammen ist.

So viel Idealismus muss man aushalten. Glücklich, wem es ergeht wie dem Freundesliebespaar, das eines der sympathischsten der jüngeren Komödienfilmgeschichte ist.
 

Nicole Golombek

02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 14:16 Uhr

 


Parse error: syntax error, unexpected '}' in /mnt/six01/msh/apache/sirsix7.1.1/sixcms_upload/templates/template5933.php on line 27