„Der ist echt schnuckelig“
Ein Bad Cannstatter gewann den Toyota Aygo beim AutoAward 2011
„Das ist mal ein autoaffiner Rahmen für den AutoAward.“ Die Begeisterung von Petra Klein, die in bewährter Manier die nunmehr vierte Auto-Leser-Wahl des Stuttgarter Wochenblatts moderierte, konnten die meisten der 140 Gäste gut nachvollziehen. Das „Retrosino“ im Feuerbacher Gewerbegebiet wagt gekonnt den Spagat zwischen automobiler Nostalgie – vier Oldtimer der Straße und des Rennsports kann man hier bestaunen – und anheimelnden Diskotheken-Flair.
Flair versprühte auch das Entree mit rotem Teppich und brennenden Fackeln, die das doppelte Crescendo der 10 Gewinner-Autos und 20 Award-Preisträger ankündigte. „Autoluft kann man hier in jeder Ecke einatmen“, erklärt Wochenblatt-Geschäftsführer Tobias Zimmermann bei der Begrüßung der Gäste, „durchatmen kann aber auch die Automobilbranche – die Krise ist eindeutig vorbei.“
Bilder der Preisverleihung 
Rekordverdächtige Zahlen präsentierte Chefredakteur Bernd Ruof: „212 Autos standen zur Wahl, so viel wie noch nie beim AutoAward. Und mit knapp 4000 Teilnehmern gab’s auch eine neue Bestmarke.“
Wurde im vergangenen Jahr die Marke mit dem Stern von der Lesergunst mit vielen Siegestrophäen bedacht, so teilten sich dieses Mal die drei Marken Audi, BMW und Mercedes-Benz fast brüderlich sieben der neun ersten Platze in den Kategorien. Diese Phalanx durchbrach der Ford S-Max bei den Großraumlimousinen und der Toyota Prius Hybrid als umweltfreundlichstes Auto, letzterer siegte auch in der Importwertung.
„Ich fahre den S-Max selber gerne“, sagt Christian Laumann, Verkaufsleiter bei der Schwabengarage Stuttgart zum Van-Sieger 2011, „ein tolles Fahrzeug mit einem tollen Design.“
Die Ingolstädter triumphierten bei den Kleinwagen mit dem A 1, bei den Sportwagen mit dem R 8 und in der Premiumklasse mit dem A 8. Zum Audi 1, der auch bei „auto, motor, sport“ zum besten Kleinwagen gekürt wurde, meint Birgit Trautmann vom Audi Zentrum Stuttgart: „Die Marke Audi steht für Emotionen. Ich haben den A 1 zwei Wochen Probe gefahren – und ihn wie in der Werbung auch nicht mehr zurückgegeben.“
Die Pole Position in der Mittelklasse und Oberklasse belegt Mercedes -Benz mit der C- bzw. E-Klasse. Letztere erhielt mit 1255 Kreuzchen sogar die meisten Stimmen. „Er ist ja auch eine Ikone des Designs“, betont Michael Allner von Global Communications Mercedes-Benz Cars, „schon früher, als er mit dem Vier-Augen-Gesicht unterwegs war, erregte er Aufsehen.“
Die Bajuwaren hatten in der Kategorie Kompaktwagen mit dem BMW 1er und bei den Offroadern mit dem BMW X-3 die Nase vorn. „Ein echtes Schätzchen“, freut sich Stuttgarts BMW-Niederlassungsleiter Erwin Mayer zum 1er, umso mehr, da gerade „kein aktuelles Modell auf dem Markt“ sei.
Für Kurzweil sorgte Autor und Kabarettist Holger Hummel, der sich über die Tücken des Auto-Alltags ausließ. Er plädierte für die Einführung eines automatischen Auto-Schlüssel-Finders oder eines Hilfsroboters, der den Müll aus dem Auto trennt und entsorgt. Gelächter erntete er für die eingeblendeten Chaos-Bilder, die er insbesondere im asiatischen Raum sammelte. Da sah man einen Mopedfahrer, der drei Riesenschweine transportierte, ein LKW, dessen offener Anhänger mit einem turmhohen Klorollen-Aufbau bestückt war...
20 attraktive Preise gab es für die Teilnehmer der Leserwahl – 15 Benzingutscheine, zwei Carrera-Rennbahnen, ein Cabrio-Wochenende und als Hauptpreis, ein Toyota Aygo.
Ein sichtlich überraschter Bad Cannstatter zog am Ende das große Los. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, erklärt ein überglücklicher Michael Bader, „das ist der erste große Preis für mich.“ Der eigentliche Clou ist aber, dass seine Frau Anja seit sechs Jahren bereits einen Toyota Aygo fährt. „Unsere Kinder Tamara und Fabio“, so der gelernte Kfz-Mechaniker weiter, „haben das Auto von klein auf erlebt.“
Bereits beim Betreten des Restaurants Retrosino hat er ein Auge auf das Siegerauto geworfen: „Die Farbe fand ich einfach klasse.“ Ein echtes Sondermodell vom AHZ Toyota Zentrum Stuttgart in metallic-grauer Lackierung. „Mit Navi und Freisprechanlage an Bord“, erklärt Niederlassungsleiter Jürgen Schelle. „Der ist echt schnuckelig“, freut sich Anja, „und er hat vor allem vier Türen.“ Der alte Aygo hat nur zwei.
Großen Zuspruch hatte nach der Preisverleihung der Formel-I-Fahrsimulator. Auch hier setzte das Wochenblatt einen Preis aus: Am Ende war der Stuttgarter Heiko Lang der schnellste im Cockpit und freut sich nun auf ein DTM-Wochenende mit zwei VIP-Karten Ende April in Hockenheim.
Helmut Winkler