Neue Kletterlandschaft am Gerberplätzchen begeistert Jung und Alt
Auf unterschiedlichen Ebenen thronen Klötze mit Fichtenfassaden auf einer quadratischen Grundfläche inmitten einer Sandlandschaft und säumen Parcours und Kletterhänge, die geradezu darauf warten, von kleinen Bergsteigern und Abenteurern entdeckt zu werden. Ein silberfarbener Tunnel und vor allem die zahlreichen Wasserläufe laden junge Goldsucher zum Sandsieben ein, während die Eltern der Schützlinge auf Warteholzklötzen das architektonisch einzigartige und futuristische Werk auf sich wirken lassen können. Der Spielplatz integriert sich gekonnt in das Wohnumfeld.
"Die Arbeit des Deutschen Kinderschutzbundes verdient Anerkennung und Respekt, besonders in der heutigen Zeit, da trotz sinkender Kinderzahl die Zahl der Problemfamilien steigt", so die Bezirksvorsteherin des Stadtbezirks Stuttgart-Mitte, Veronika Kienzle.
Damit macht sie im Rahmen der Einweihungsfeier des neuen Spielplatzes an der Nesenbachstraße auf die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements des Kinderschutzbundes Stuttgarts (DKSB) aufmerksam, der gerade für dieses Projekt entscheidend mitgewirkt hat und sich die Bedürfnisse der Stadtkinder zum Anliegen gemacht hat. So konnten mit Spenden des DKSBs, dem Rotary Club Remstal und StarCare mehr als die Hälfte des 80 000 Euro teuren Projekts finanziert werden.
Mit einem bunten Blumenstrauß wurde aber nicht nur die Vorstandsvorsitzenden des DKSBs, Ute Thon, sondern auch der Düsseldorfer Architektin des Spielplatz, Sima Rustom, Anerkennung für ihre Arbeit ausgesprochen. "Mir schwebte von Anfang an eine abstrakte Grundidee vor", betont Rustom, die selbst einmal in Stuttgart gewohnt hat und sich zum ersten Mal der Konzeption eines Spielplatzes widmete. "Es stellte durchaus eine Herausforderung dar, auf so einem kleinem Gelände wie hier einen vielfältigen Kinderspielplatz entstehen zu lassen", verrät Rustom.
Der kleine Platz ist dennoch eine zentrale Angelegenheit eines jeden Anwohners. Denn auf dem alten Spielplatz, der den Bezirkskindern 15 Jahre als Spieleort diente, wurden Alkohokexzesse Jugendlicher gefeiert. Schließlich wurde vor zwei Jahren ein Zaun von der Stadt um das Gelände angelegt, der seitdem von der Anliegerin Rose Schöll zusammen mit ihrer Nachbarin für die Kinder auf- und zugeschlossen wird. "Damit wirken wir dem ungesitteten Verhalten entgegen", so Schöll, die auch weiterhin gerne den "Kinderschlüsseldienst" spielt.
Kienzle weiß durchaus zu schätzen, dass sich jeder auf seine Art und Weise für kinderfreundliches Leben im Bezirk Stadtmitte einbringt und schließt ihre Danksagung mit einem treffenden Zitat Erich Kästners: "So hat das Kind ein königliches Verhältnis zur Zeit; nämlich keins, wenn es spielt. Das ist es, was wir an der Kindheit bewundern: Ausstieg aus der Zeit, Paradies."