Kippt neuer Gemeinderat Häusslers Pläne?
Investor möchte Villa Berg restaurieren und Luxus-Apartments im Park bauen
BERG
Vor drei Jahren erwarb der Stuttgarter Investor Rudi Häussler die Villa Berg, die Fernsehstudios im Park der Villa Berg sowie die dortige Tiefgarage. Seine Pläne für die ehemaligen SWR-Gebäude standen schnell fest. Die Villa wollte er restaurieren, an Stelle der Sendestudios sollten Luxus-Appartements entstehen. Um die Bebauung auf dem Gelände der Sendestudios umzusetzen, muss das Planungsrecht geändert werden. Die neue Mehrheit im Stuttgarter Gemeinderat macht dies jedoch immer unwahrscheinlicher. Der Bezirksbeirat im Stuttgarter Osten lehnt eine Luxus-Wohnanlage im Park der Villa Berg schon seit längerem ab.
Anstatt dessen soll nach Abriss der Sendestudios der Park wieder renaturiert werden. An dieser Haltung hat sich auch unter dem neuen Bezirksvorsteher in Stuttgart-Ost, Martin Körner (SPD), nichts geändert. Eine Wohnbebauung mitten im Park stehe dem Wunsch nach Wiederherstellung des Parks als Kulturgut ersten Ranges sowie einer großen, öffentlich zugänglichen Grünfläche entgegen, so Körner. Eine isolierte Exklusiv-Wohnanlage mit privatem Wachpersonal erinnere den Bezirksvorsteher an eine "Gated Conmmunity".
Die Ursprünge solcher Wohnformen sind in den USA zu suchen. Die soziale Entmischung, die durch die Gated Community zum Ausdruck kommt, scheint nicht nur bei ihm Unbehagen auszulösen. Martin Körner liegt jedoch auch an einer konstruktiven Lösung für Villa und den Park der Villa Berg. So kamen bereits alternative Standorte für die geplante Bebauung zur Sprache. Detlef Kron vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung erwähnt den Bau- und Betriebshof des Garten-, Friedhofs- und Forstamts an der Sickstraße sowie am Rande des Parks eine mögliche Bauzeile an der Karl-Schurz-Straße im Stadtteil Berg.
Bernd Stimpfig vom Berger Bürgerverein sieht die Renaturierung des Parks der Villa Berg von Seiten der Stadt für nicht finanzierbar. Schon öfters habe die Stadt die Möglichkeit zum Rückerwerb von Villa Berg oder der Sendestudios nicht genutzt.
Findet Häussler im neuen Gemeinderat keinen Rückhalt für seine Pläne, so sollten die Kommunalpolitiker sich über die Konsequenzen einer solchen Entscheidung im Klaren sein, so Bernd Stimpfig. Er befürchtet den Rückzug des Investors und damit den weiteren Zerfall der Villa Berg. "Für uns ist Häussler das kleinste Übel".
14.01.2010 - aktualisiert: 14.01.2010 12:12 Uhr