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EMO kennt jeder


Rainer Ehmeneck: "Wir sind der Renovierungsmeister"
 

Von der B10 aus kann man den EMO-Standort im Wangener Industriegebiet gut erkennen. 1973 hat Rainer Ehmeneck zusammen mit seiner Frau Renate seinen Betrieb in Stuttgart gegründet. Zunächst hatte man in der Filderstraße einen Ausstellungsraum und ein Lager. Dann zog man in die Heilbronner Straße, bevor man auf dem circa 4000 Quadratmeter großen Grundstück im Wangener Industriegebiet heimisch wurde. Ohne Bankkredit, betont Rainer Ehmeneck.

Rainer Ehmeneck wurde 1940 in Stuttgart geboren. Im Stuttgarter Westen wurde die Familie ausgebombt. Nach dem Krieg hauste man bei einer Tante im Stuttgarter Süden zu sechst in einer kleinen Dreizimmerwohnung. Dann zogen die Ehmenecks in den Stuttgarter Osten. Nach der mittleren Reife an der Wagenburgschule machte er seinen Abschluss als Industriekaufmann. 1965 übernahm er bei Kärcher die Leitung im Wiener Verkaufsbüro. Dann machte er eine weitere technische Ausbildung in der Galvanotechnik und bekam bei einer Bielefelder Firma die Verkaufsleitung für Hessen und das Saarland. 1972 baute er zusammen mit seinen Eltern in Sindelfingen ein Haus. Dabei stellte er die großen Probleme und den sprichwörtlichen Murks fest, den die dortigen Handwerker im Rollladen-, Fenster- und Türenbau hinterließen. Die EMO-Firmenidee war geboren. EMO steht für Rainer Ehmeneck, für Montage und Organisation. Zehn Jahre powerten die Ehmenecks durch, an Urlaub war nicht zu denken.

Mittlerweile ist die qualifizierte Monteursmannschaft der größte Trumpf von Rainer Ehmenecks Firma. Das und die guten Produkte. Ehmeneck achtet darauf, dass EMO nur Produkte anbietet, die sonst niemand hat, also ständige Neuerungen. Viele Firmen produzieren exklusiv für EMO. "Wir bewegen uns in einem harten Wettbewerb", so Ehmeneck. Umso mehr freut ihn, dass die Geschäfte trotz der Krise sehr gut laufen. Über 65 Prozent der Kundenaufträge bekommt EMO durch Weiterempfehlung. 40000 Kunden stehen in der Kundenkartei, da kann man sich schnell ausrechnen: In Stuttgart und Umgebung sind bestimmt 130000 Fenster von EMO erneuert worden. "Wir sind der Renovierungsmeister", sagt Rainer Ehmeneck stolz.

Und noch ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Allein 2009 blieben 600 Fensteraufträge liegen, die noch eingebaut werden müssen. "Die Leute stürzen sich in der Krise auf Sachwerte, davon profitieren wir." Ehmeneck ist zufriedene Kunden gewöhnt, der Ausstellungsraum ist mit Dankesschreiben gepflastert. "Qualität setzt sich eben durch", ist seine Devise.

Ehmenecks Augen blitzen vor Leidenschaft, wenn er die neuesten kratzfesten Haustüren in seinem beeindruckenden Ausstellungsraum zeigt. Für Technik hat sich der Selfmademan schon immer begeistern können. Viele neue Techniken im Fensterbereich hat er mit seinem Team mit entwickelt. Und was moderne Fenster in Sachen Technik zu bieten haben, davon kann man sich bei EMO im Ausstellungsraum überzeugen lassen. Das Neueste: das faserverstärkte Kunststoffprofil mit Energieeinsparung von 20 Prozent. Nicht nur Fenster und Türen, jetzt gehören auch Gerüstbau, Maler- und Gipserarbeiten zur EMO-Palette.

Ende 2010 feiert Rainer Ehmeneck seinen 70. Geburtstag, aber von seinem Geschäft lassen kann er nicht. Er hat sich mittlerweile auf den kaufmännischen Bereich konzentriert, seine Stellvertreterin Andrea Rein auf den technischen. "Ich will mich immer um alles selbst kümmern", gibt er lächelnd zu. Außer Stuttgart liebt Rainer Ehmeneck Teneriffa. Dort verbringt er mit seiner Frau wegen seiner Bronchienprobleme zwei Urlaube im Jahr. Segeln am Bodensee und Fliegen - Rainer Ehmeneck hat einen Pilotenschein - sind seine Hobbys. Daneben ist er passionierter Oldtimer-Sammler, vor allem alte Mercedes haben es ihm angetan. Nichts tun ist so gar nicht sein Ding, auch nicht in seiner Freizeit. "Ich muss immer was bauen, sonst wird es mir langweilig", schmunzelt er. Gerne geht er sonntags mit dem Hund spazieren und anschließend mit Freunden schön essen. Heute wohnen die Ehmenecks im Stuttgarter Norden. Trotzdem ist Rainer Ehmeneck ein sparsamer, bescheidener Mensch geblieben.





Christian Günther

21.01.2010 - aktualisiert: 21.01.2010 15:11 Uhr

 






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