Richtige Strategie
Bahnchef Grube macht manches besser als sein Vorgänger
Dennoch besteht die Hoffnung, dass mit dem offiziellen Baubeginn die Zahl der Protestierer geringer wird und am Ende, wie es Bahnchef Grube formulierte, alle von dem Projekt überzeugt sein werden. Grube hat Stuttgart 21 zur Chefsache erklärt und ein Versprechen gegeben. Er bietet den Kritikern nicht nur weiterhin den offenen Dialog an, er will umfassend darüber informieren, was im Zuge des Baufortschritts passiert und dazu eine monatliche Bauzeitschrift herausgeben. Sollten Probleme oder Risiken auftreten, werde nichts versteckt.
Das ist sicherlich die einzig richtige Strategie, die Grube schon seit seinem Amtsantritt verfolgt, denn ein Großteil des Widerstands gegen das Projekt entsprang in der Vergangenheit der Kommunikationsignoranz seines Vorgängers. Diesen Fehler hat er offen eingestanden und dafür geworben, es nun, wo er selbst das Sagen hat, besser zu machen. Die Messlatte liegt somit hoch, und die Gegner werden ihn in den nächsten Monaten und Jahren sicher an seinen Worten und vor allem an seinen Taten messen.
Es ist ihm im Interesse der Stadt zu wünschen, dass er dies schafft: 17 Jahre nachdem der damalige Bahnchef Heinz Dürr, OB Rommel und Professor Heimerl Stuttgart 21 quasi aus der Taufe hoben und zehn Jahre ehe dieses gigantische Projekt beendet sein wird, ist es an der Zeit, dass zwar Baugruben ausgehoben, aber die Gräben zwischen den Parteien zugeschoben werden und sich die Bürger unter Führung der Stadtverwaltung, wie von der SPD gefordert, aktiv an der Gestaltung des neuen Stadtteils hinter dem Bahnhof beteiligen. Dann könnte 2020 die Einweihung von Bahnhof und Schnellbahnstrecke zu einem ähnlichen Erfolgstag werden wie bei der neuen Messe.
04.02.2010 - aktualisiert: 05.02.2010 11:00 Uhr