"Für Drogen nimmt man den Knast in Kauf"
Udo Feldler möchte Jugendliche über die Gefahren von Drogen aufklären
S-MITTE
Alfons Stetter von der Aids-Hilfe Stuttgart sagt: "Udo Feldler ist genau der richtige Mann dafür, wenn es um das Thema Drogen und Aufklärung geht. Es ist ein Glückgriff so jemanden zu haben, der authentisch sagt was abgeht. Wir gehen mit ihm an Schulen und zu Auszubildenden und bekommen immer sehr gute Rückmeldungen." Und auch der 49-Jährige Udo Feldler nimmt seine Aufgabe sehr ernst. Und nimmt kein Blatt vor den Mund wenn er von seinem Leben erzählt. "Im Sommer 1976 habe ich mir den ersten Druck gesetzt. Es war reine Neugierde. Und es hat mir gefallen."
Die ersten paar Monate habe ihm das Konsumieren von Heroin und Kokain noch einen "Kick" gegeben, dann jedoch ging es nur noch darum, sich den Stoff zu besorgen und Geld dafür aufzutreiben. "Dazu habe ich im Bekanntenkreis mit Drogen gehandelt. Allerdings habe ich nur an diejenigen verkauft von denen ich wusste, dass sie schon abhängig waren," blickt der 49-Jährige zurück.
1983/84 war er dann das erste Mal im Gefängnis. Für acht Monate wurde er wegen Beschaffungskriminalität verurteilt. "Der Knast war schlimm. Und ich machte das erste Mal einen richtigen kalten Entzug. Das ging in Freiheit allerdings nur etwa eine Woche gut. Dann fing ich wieder an Drogen zu nehmen." Und so führte sein Weg immer tiefer in den Drogensumpf. Er lebte teilweise monatelang auf der Straße, spielte mit dem Gedanken eine Überdosis zu nehmen, sah, wie viele an der Sucht sterben mussten. Und landete selbst immer öfters ins Gefängnis. "Für die Drogen nimmt man auch den Knast in Kauf. Und drinnen kommt man sogar leichter an Drogen heran als draußen." Am 26. Januar 2009 wurde er das letzte Mal entlassen. Und hat damals beschlossen, seinem Leben endlich eine andere Richtung verpassen zu wollen. Er ist im Substitutionsprogramm, geht zum Psychologen und zur Drogenberatung. "Ich bin nicht stolz auf meine Vergangenheit, aber ich kann offen darüber reden. Und mein Leben und meine Freiheit ist mir wichtiger als die Drogen." Deswegen engagiert er sich in Sachen Aufklärung. "Wenn ich von mir erzähle dann schreckt das die Jugendlichen ab, zu Drogen zu greifen. Wenn ich mit Schülern ins Gespräch komme gibt mir das unheimlich viel."
04.02.2010 - aktualisiert: 04.02.2010 14:01 Uhr