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Absolutes Erfolgsmodell

© Michel de Vries 2008

Superber Octavia mit VW-Genen
 

Der Octavia ist das absolute Erfolgsmodell der tschechischen Volkswagen-Tochter Skoda. Seit 1996 wurden über zwei Millionen Octavias verkauft, davon machte, wen wundert’s, der Kombi, der bei Skoda mit C geschrieben wird, mit 80 Prozent den Löwenanteil aus. Kein Wunder, dass beim Neuen große Experimente ausblieben. Er wurde etwas "superbiger", dafür aber auch teurer.

Das Facelift hat dem Octavia gutgetan, das steht außer Frage: Auffälligste Modifikation ist die Frontpartie, deren veränderte Scheinwerfer in Verbindung mit einem grobmaschigeren Kühlergrill die Brücke zum großen Bruder Superb schlagen. Den neuen Premium-Anspruch untermauert die Chromspange in den Leuchten, auf der stolz "Octavia" prangt. Die breite Sicke auf der Haube verleiht ihm optisch mehr Präsenz. Das feinere Flair ist auch sofort beim Platznehmen zu spüren: Hochwertigere Materialien, noch bessere Bedienung, weniger großflächig verbautes Billigplastik. Gut: Die Außenspiegel sind etwas größer geworden. Von einem echten Lademeister kann sprechen, wer den Octavia von hinten begutachtet: Die Heckklappe schwingt weit auf und gibt (bei umgeklappten Sitzen) 1620 Liter Stauraum frei. Damit setzt er Maßstäbe in dieser Klasse. Der Griff ins Konzernregal bei den Motoren hat sich gelohnt.

Der 1,8 Liter TSI-Motor ist erste Sahne. Im Stand ist das Aggregat praktisch nicht zu hören. Anfangs denkt man, der Motor sei abgestorben. Die Laufruhe des 1.8 TSI setzt sich bis in hohe Geschwindigkeiten fort, wozu das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) seinen Teil beiträgt. Ein entspannteres Fahren ist kaum möglich, weil das DSG schnell und kaum wahrnehmbar die Gänge wechselt. In Verbindung mit dem straff abgestimmten Fahrwerk des Octavia agiert die Lenkung nahezu perfekt.

Mit der richtigen Rückmeldung, akkurat bemessenen Bedienkräften und einer Zielgenauigkeit, die in der Klasse nur selten zu finden ist, pfeilt der Kombi durch die Kurven oder gleitet entspannt, wie an der Schnur gezogen, auf der Autobahn. Dabei wird er selbst bei flotter Fahrweise nicht zum Schluckspecht – wer es gemächlich angehen lässt, kann sogar unter sechs Liter Durchschnittsverbrauch kommen, dennoch scheint der Tankinhalt mit 55 Litern etwas zu knapp bemessen. Fazit: Ein gelungenes Facelift, aber mit fast 30 000 Euro kein Schnäppchen.

Felix Unger

04.02.2010 - aktualisiert: 04.02.2010 11:49 Uhr

 






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