Er ist ein Nachzügler, keine Frage, doch haben diese den unschätzbaren Vorteil, aus den Fehlern der Konkurrenz zu lernen. Und angesichts der Deutschen Vorliebe für das sogenannte Sport Utility Vehicle (SUV), altdeutsch Geländewagen, war es die richtige Entscheidung, den Kuga ins Rennen zu schicken: Denn schick und sparsam sind zwei Attribute, die heute jedem Auto gut zu Gesicht stehen.
Manche erinnern sich noch an den Ford Maverick, mit dem die Kölner in den neunziger Jahren versuchten, im Kompakt-SUV-Segment Fuß zu fassen. Doch er blieb eher ein Nischenprodukt und wurde in der zweiten Generation in Europa eingestellt. Dem Kuga könnte ein besseres Schicksal beschieden sein: Mit seinem erfrischend flott wirkenden Design, um nicht zu sagen dynamisch, steht er vor einem.
Innen geht es gerade so weiter: reichlich Aluglanz, hübsch anzusehen und gut verarbeitet. Zierliche, aber straffe und bequeme Polster, hohe Sitzposition, ausreichend Platz für zwei im Fond. Praktisch: Das leicht bedienbare Rollo über dem ausreichend bemessenen Kofferraum lässt sich bei Nichtgebrauch unter dem Ladeboden verstauen. Dort finden sich zudem zahlreiche Fächer für Kleinzeug. Und das Oberteil der Heckklappe ist separat zu öffnen - geschickt fürs Einladen von Einkaufstaschen. Kommen wir nun zum Herz: Der 136-PS-Diesel stammt aus einer Kooperation mit dem PSA-Konzern. Im Kuga erwacht das Kraftwerk auf Knopfdruck zum Leben. Der herkömmliche Zündschlüssel hat ausgedient. Nachteil ist, dass für satte 405 Euro der schlüssellose Zugang geordert werden muss. Denn erst dann entriegeln die Türen bei Berührung des Griffes, und das Schlüsselsuchen entfällt. Ohne dieses Extra kann der Wagen lediglich per Knopfdruck geöffnet werden, nur muss dieser danach irgendwo verstaut werden - ein Schlüsselloch gibt es ja nicht mehr.
Nach einem etwas brummigen Start bei etwas kälteren Temperaturen ist der Motor kaum zu hören und zieht vor allem dank der 320 Newtonmeter kraftvoll durch. Als exzellent erweist sich die Lenkung. Sehr zielgenau und mit perfekter Leichtgängigkeit lässt sich der Kuga damit dirigieren und fast auf den Millimeter ums Eck zirkeln. Damit kommt vor allem auf Landstraßen der Fahrspaß nicht zu kurz. Fazit: Wir halten es mit Schiller: "Spät kommt er, doch er kommt."