Drucken

Mit Köpfchen kriegte Degerlocher Werbeagentur die Kommissarin


Bernd Schmittgall über den Thomapyrin-Werbespot mit Hannelore Elsner
 

Stuttgart ist voll von Tüftlern, Filme-Machern, Produzenten und Werbeagenturen, sprich von vielen kreativen Köpfen. Wie ein kreativer Prozess funktioniert, zeigt Bernd Schmittgall, Chef der gleichnamigen Degerlocher Werbeagentur, anhand des Werbespots einer Kopfschmerztablette.
 

DEGERLOCH

Schummrige Polizeiräume am Abend, hektisches Treiben der Beamten. Der Regen rinnt die Fenster herab. Alle sind dunkel gekleidet. Nur im Hintergrund sieht man einen Farbklecks in der Szene. Die Kommissarin in einem knallroten Kleid.

Sie kommt in den Vordergrund, setzt sich an einen Schreibtisch und nimmt die Fingerabdrücke eines Verdächtigen. Genervt, geplagt von Kopfschmerzen schickt sie ihn mit den Worten weg: "Hauen Sie ab!" Was passiert? Der Verdächtige lächelt ihr zu und schmeißt ihr eine Packung Thomapyrin hin.

Diese Werbung dürften einige noch kennen. Dass die Idee dazu aus den Köpfen Degerlocher Werbeleute stammt, wissen wohl die wenigsten. Bernd Schmittgall entwickelte zusammen mit seinen Mitarbeitern diesen Werbespot. "Die Geschichte basiert auf der Fernsehserie "Die Kommissarin"", sagt der Geschäftsführer. "Wir wollten bekannte Akteure in dem Spot haben und ein Storyboard, das attraktiv und glaubwürdig ist." Und Hannelore Elsner erfüllt laut Zuschauer-Umfragen genau diese Attribute. So kamen die Degerlocher Illustratoren zum Einsatz und zeichneten die Szenen, die Schmittgall schließlich den Auftrag von Thomapyrin einbrachten. Bis dahin haben bereits zehn Mitarbeiter an der kreativen Vorphase mitgewirkt. Nun hieß es noch, die bekannte Schauspielerin dafür zu gewinnen. "Ich habe ein sehr positives Gespräch mit ihr geführt", erzählt Schmittgall.

"Doch das Problem dabei war: Sie hat noch nie Werbung gemacht und wollte einen erstklassigen Regisseur." Also grübelten die Werber nach. Heraus kam Helmut Dietl, Regisseur von "Kir Royal" und "Rossini". Doch auch der wollte zuerst nicht so richtig, bis er hörte, dass er mit Elsner drehen würde.

In mehreren "Kreativ-Gesprächen" besprach Dietl mit den Agentur-Mitarbeitern Details des Spots. "Er wollte zum Beispiel ein ganz bestimmtes Rot beim Kleid haben", verrät Schmittgall. Doch trotz genauer Vorbesprechungen wird in der Schauspielerei meist improvisiert.

So auch bei dem Werbespot. Der letzte Satz in der Geschichte stand gar nicht im Drehbuch. "Das "Hauen Sie ab!" kam ganz spontan von Elsner, ist aber so prägend für die Aussage, dass wir ihn drin gelassen haben."


Lidija Lenic

25.02.2010 - aktualisiert: 25.02.2010 12:57 Uhr

 






nach oben