"Kreative brauchen Räume und wechselseitige Inspiration"
Designer und Autor Jens Loewe über seine Arbeit
Jens Loewe studierte an der Merz-Akademie Grafik Design, beziehungsweise Kommunikationsdesign. Gemeinsam mit Claudia Bormann gründete er das Atelier Bormann & Loewe in der Ostendstraße 106. Loewes künstlerische Arbeiten bewegen sich zwischen Wasserobjekten, kinetischen Arbeiten, Interior design und Arbeiten, die sich mit sozialen oder politischen Inhalten verbinden.
J.L.: Ja, meine Innenraumgestaltungen und kinetischen Objekte trifft man auch in Geschäften, Show-Rooms, öffentlichen Einrichtungen oder Privathäusern.
STW: Sie produzieren in der eigenen Werkstatt?
J.L.: Viele Gegenstände stammen aus der eigenen Werkstatt. Fast alles sind Sonderanfertigungen. Meistens ist die Herstellung ein Prozess, bei dem während der Arbeit die Form verändert wird.
STW: Aktuell beschäftigen Sie sich mit orientalischer Ornamentik.
J.L.: Ja, mit Hans Laun entwickele ich moderne Ornamente, als Fries, als Wandbild, als Tür, Raumteiler oder Lüftungsgitter. Vieles baut auf traditionelle Ornamente auf. Im arabischen Raum ist das Ornament nicht nur Bild, sondern oft auch Schrift. Zuletzt haben wir einen Showroom in Ryadh / Saudi Arabien für die Kunstgießerei Strassacker aus Süssen ausgestattet.
STW: Sie gestalten aber auch die Feuerbacher Kindertagesstätte Polifant in der Heilbronner Straße 395 ?
J.L.: Das Projekt Kita Polifant gestalte ich mit dem Architekten Helmut Kittelberger. Eine Art Traum-Job, da die Auftraggeber Sinn fürs Schöne haben, für kindgerechte Formgebung, spielerische Elemente und hochwertige Materialien. Die Raumaufteilung wurde in asymmetrischer Holzbauweise ausgeführt. Die Maserung des Holzes wirkt gleichermaßen als Wandbild. In Schaukästen werden Geschichten erzählt und im Innenspielbereich können die Kinder zwischen Rindenmulch und Findlingen toben.
STW: Sie möchten das Feuerbacher Schoch-Areal neu gestalten?
J.L.: Das Projekt Schoch-Areal planen und bearbeiten wir in einem Kreis von Gleichgesinnten und kreativen Fachleuten. ... Wir planen im Erdgeschoss Ladengeschäfte und kleinere Werkstätten und in den darüber liegenden Stockwerken Büro-Nutzungen und Wohnungen. Die Nordseite soll vollständig und die Südseite zum Teil neu bebaut werden. Die Scheddachhallen wollen wir erhalten, sie bieten Potential für Ausstellungen oder Showrooms. Wir sehen dort die Möglichkeit, etwas Zukunftsweisendes zu realisieren, ein Ort für Kreativität.
25.02.2010 - aktualisiert: 25.02.2010 13:17 Uhr