Honda Accord Tourer: Mit dem Tourer will Honda auf dem europäischen Kombi-Markt ein Wörtchen mitreden
Wer noch das Vorgänger-Modell vor dem geistigen Auge hat, der ist von der achten Generation des Honda Accord Tourers direkt angetan: Mit durchgängig dynamischer Designlinie - angefangen beim muskulösen Vorder- bis zum Heckteil - wirkt der Tourer stimmig. Nicht umsonst hat er bereits vor Marktstart den red dot design award erhalten.
Deutschland ist seit je einig Kombi-Land. Das heißt im Umkehrschluss, wer von den ausländischen Herstellern beim Autokäufer punkten will, braucht einen Fünftürer in der Passat-Klasse.
Beim Vorgänger hatte es Honda noch mit purer Ladegröße versucht und war nicht wirklich erfolgreich.
Dem Design geschuldet ist beim neuen Tourer Verlust an Laderaum und geringere Zuladung. Platz, um genügend Koffer zu verstauen, bleibt mit 406 Litern dennoch. Im Innenraum gibt es dagegen nichts zu mäkeln. Für Fahrer und Mitfahrer hat Honda ausgesprochen bequeme Sitze mit einer hohen Rückenlehne verbaut. Ähnlich der heimischen Wohnzimmercouch lässt es sich so auch im Fond gemütlich mitfahren. Nicht allzu lange Beine und ein Körpermaß von unter 1,95 Meter allerdings vorausgesetzt. Was an Platz verloren ging, hat der Honda an Technik dazugewonnen: Spurhalteassistent, adaptive Geschwindigkeitsregelung oder das präventive Fahrerassistenzsystem sind sinnvolle Hilfen, die den Fahrer in kritischen Situationen unterstützen - etwa durch Straffen der Gurte und sanftes Lenken zur Fahrbahnmitte, wenn der Fahrer einzuschlafen droht. Dies sind bis jetzt Systeme, die eigentlich erst in Oberklasseautos eingebaut werden - bei Honda erhältlich zu Mittelklassepreisen. Das hochwertige Cockpit mit seiner Vielzahl von Schaltern erschreckt im ersten Moment, doch die Ingenieure haben die Schalter und Tasten eigentlich logisch angeordnet, die Navi-Bedienung beispielsweise klappt auch ohne mühsames Studieren der Anleitung auf Anhieb. Ein zentraler Bedienknopf hilft dabei. Rollt der gut verarbeitete Accord Tourer erst einmal, fühlt man sich schnell heimisch. Dafür sorgt schon der extrem kultivierte 2,2-Liter-Diesel mit seinen 150 PS. Und die setzen den Kombi souverän in Szene. Bereits bei 1500 U/Min. mobilisiert der Selbstzünder 85 Prozent seines Drehmoments von 350 Nm.
So ist genügend Kraft vorhanden, um untertourig zu cruisen oder flott über die Autobahn zu düsen. Dabei entwickelt er allerdings einen ordentlichen Durst.