Müssen sie wegziehen?
Die Pfadfinder in Botnang sorgen sich um ihre Unterkunft
BOTNANG
Die Aussichten auf eine derartige städtische Investition in ein Haus der Jugend in Botnang sind angesichts der aktuellen Haushaltslage nicht besonders rosig. "Eine formale Zweckbindung gibt es im öffentlichen Haushalt eigentlich nicht. Es wäre eine Investition auf freiwilliger Basis", meint der Vorsitzende der CDU Botnang, Michael Schneider.
Würden sich der Haushalt der Stadt in zwei Jahren wieder stabilisieren, so sei bei realistischer Einschätzung frühestens im Doppelhaushalt 2012/2013 mit eingestellten Planungsmitteln für ein Haus der Jugend zu rechnen, so Schneider. Und erst im darauf folgenden Haushalt erwartet dieser die Bereitstellung von Mitteln für den Bau. Im Zusammenhang mit dem Verkauf des Gebäudes Himmerreichstraße 40/2 wurde das 2009 aufgelöste Flüchtlingsdorf in Botnang als möglicher Standort für ein Haus der Jugend vorgeschlagen. Planungsrechtliche Änderungen müssten dafür im Gemeinderat durchgesetzt werden: Die als Festplatz ausgewiesene Fläche darf bebaut werden und die Vorschrift eines einzuhaltenden Abstands zum Wald wird gelockert.
Doch all diese Überlegungen nützen den Botnanger Pfadfindern wenig. Würde das Haus schätzungsweise im kommenden Jahr an einen privaten Bauherrn oder Bauträger veräußert, muss damit gerechnet werden, dass die Jugendorganisation ihre Räume verliert. Auch das Gebäude Himmerreichstraße 40/2 war bereits als Haus der Jugend angedacht. "Das war im Juli 2004, da haben wir uns mit den Botnanger Vereinen getroffen und ein Konzept für ein Haus der Jugend in der Himmerreichstraße entworfen", meint Johny Varsami vom Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder.
Der Botnanger Pfadfinder-Stamm "Feuerreiter" hat derzeit 28 Mitglieder, ist im selbst ausgebauten Kellerraum untergebracht und besitzt ein Materiallager im Freien. Die Nähe zum Wald und zur Stadtbahn sei optimal, so Varsami. "Die Pfadfinder werden nicht vergessen", meint Michael Schneider. Doch spontan fällt ihm für die Jugendlichen kein alternativer Standort im Stadtbezirk ein.
04.03.2010 - aktualisiert: 04.03.2010 14:51 Uhr