Achtung, schwarze Löcher!
Straßen stark geschädigt - Haben schon im Vorjahr Finanzmittel gefehlt?
LEINFELDEN-
ECHTERDINGEN
Um anderen diese Begegnung zu ersparen, unterhält der Auto Club Europa (ACE) einen deutschlandweiten Schlagloch-Meldedienst. Im Internet unter http://www.ace-online.de/schlaglochmelder kann jeder seit Anfang dieses Jahres unkompliziert eine schadhafte Stelle in Fahrbahnen eingeben und direkt an die Zentrale schicken. Harald Kraus, stellvertretender ACE-Regionalvorsitzender Baden-Württemberg, erfasst die Meldungen, ermittelt die zuständige Behörde und leitet die Schadensmeldung weiter. "Die Meldungen sind geradezu explodiert", sagt Kraus, "von drei bis vier auf 30 bis 40 Meldungen pro Tag." Was natürlich auch an der neuen Möglichkeit der Internet-Erfassung läge. "In erster Linie liegt es aber am langen harten Winter", bestätigt der ACE-Regionalvorsitzende, der 2010 als "Jahr der Schlaglöcher" betitelt. Wenn Wasser in vorhandene Netzrisse eindringt, dehnt es sich beim Gefrieren aus und die Risse vergrößern sich.
Auch in Leinfelden-Echterdingen ist die sich ausweitende Problematik bekannt. "Die größeren Schadensmeldungen trudeln so nach und nach ein", weiß Andreas Waibel vom Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau. Zwei Mitarbeiter vom Bauhof würden aber ständig die Straßen der Stadt abfahren und kleinere Schäden mit asphaltähnlichem Kaltmischgut sofort an Ort und Stelle ausbessern.
Verstärkt von Frostschäden betroffen sind zum einen stärker befahrene Hauptstraßen wie die Leinfelder und Plieninger Straße in Echterdingen oder die Karlstraße in Musberg, zum anderen Stellen, an denen bereits Vorrisse vorhanden sind, wie Andreas Waibel vom Tiefbauamt erklärt. "Wir hätten in den Vorjahren vielleicht mehr tun sollen", räumt der stellvertretende Amtsleiter ein, "nur haben die Mittel gefehlt. Das bricht jetzt doppelt und dreifach auf." Im Haushaltsbudget stünden rund 140 000 Euro für die Straßenunterhaltung inklusive Gehwege zur Verfügung. "Es gibt derzeit keine extra bereitgestellten Mittel für die Beseitigung der Winterschäden", sagt Waibel.
Um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, stellt die Stadt zur Not auch Warnschilder mit 30-km-Beschränkung oder "Vorsicht Straßenschäden" auf.
Würde auf die Schäden nicht ausreichend hingewiesen, könnte ein Autofahrer bei der Stadt nämlich einen Antrag auf Schadenersatz stellen, teilt Schlagloch-Experte Kraus mit, weshalb notfalls auch Absperrungen sinnvoll wären.
Allerdings scheinen eher Fahrer als Fahrzeuge von den Schlaglöchern in Mitleidenschaft gezogen zu werden: "Wir stellen keine besonderen Schäden aufgrund der Straßenzustände fest", erklärt Martin Stollsteimer, Geschäftsführer Autohaus Leinfelden Stollsteimer, "insgesamt ist es gerade sogar ruhiger."
04.03.2010 - aktualisiert: 04.03.2010 15:19 Uhr