
Winterschlussverkauf
"Straßen sehen aus wie Schweizer Käse!"
Der Schnee ist weg - Was bleibt, sind die Schlaglöcher
OSTFILDERN
Allein in Ostfildern mussten in diesem Winter über 400 Tonnen Salz gestreut werden. "Mit ein Grund für den schlechten Zustand der Straßen", meint Peter Scharf von der Stadtverwaltung Ostfildern. "Durch die sogenannten Frost-Tau-Salz-Wechsel-Perioden gelangt das Tausalz-Wasser über kleinste Risse in den Straßenbelag, beim nächsten Frost entstehen Spannungen und der Asphalt platzt nach und nach auf." Kein Zweifel besteht darüber, dass auf den Hauptverbindungen Salz gestreut werden muss. Da die Behörden aber auch für größtmögliche Verkehrssicherheit nach der Winterperiode in der Pflicht stehen, ist die Instandhaltung der Straßen oberstes Gebot. "Dafür sind in Ostfildern zwei Mitarbeiter abgestellt, die regelmäßig den Zustand der Straßen kontrollieren. Gerade nach dem Winter wird jedes Schlagloch aufgenommen und nach Prioritätsstufen eingeteilt. Ein Schlagloch der Priorität 1 ist besonders gefährlich. Das wird sofort geflickt oder, in sehr schlimmen Fällen, sogar abgesperrt. Das Bauhofteam versucht die Schäden so zeitnah wie möglich und den Prioritätsstufen abfolgend, zu beheben, kann aber auch nur Stück um Stück vorgehen. Bis April hoffen wir, wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen."
Die gute Infrastruktur für die Wirtschaft und die Bürger in Ostfildern soll aufrecht erhalten bleiben, das ist erklärtes Ziel der Stadtverwaltung. Allerdings kostet die Behebung nur eines Schlaglochs plus/minus und je nach Größe im Durchschnitt um die 250 Euro. "Und wenn Sie bedenken, dass für den Straßenunterhalt und die Instandhaltung, wohlgemerkt für ganz Ostfildern, ein Gesamtetat von nur 400 000 Euro bereit steht, können Sie ermessen, welches Defizit uns die Schlaglöcher bescheren."
Möglicherweise kommt das seit 1. März eingeführte LKW-Durchfahrverbot den Fildergemeinden im Hinblick auf die Schlagloch-Situation nun ganz recht: Denn die Mehrbelastung der Straßen durch passierende LKWs ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender negativer Faktor für den allgemeinen Zustand der Straßen. Die neuen Richtlinien zur Reduktion der Feinstaubemission sehen vor, dass Lkws über 3,5 Tonnen fortan auf die Autobahn oder die B10 ausweichen müssen und so auch die Filderebene mit ihren Nebenstrecken umfahren, was den Straßenbelag schont. "Ein positiver Nebeneffekt des Fahrverbots."
Bürger können übrigens ebenfalls Schlaglöcher melden: In Ostfildern werden am Bürgertelefon des Bürgerservices Schäden aufgenommen, an den Bauhof weiter geleitet und von den Baukolonnen behoben. "So schnell wie es geht", heißt es aus dem Rathaus.
04.03.2010 - aktualisiert: 05.03.2010 18:42 Uhr