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"Auf Süßis zu verzichten fällt uns gar nicht schwer!


Im Neuhausener St.-Franziskus-Kindergarten wird Fastenzeit bewusstgemacht
 

Ein selbstgemaltes "Verbotsschild" auf dem Esstisch des katholischen Kindergartens erinnert die Kinder daran, auf was sie - im Kindergarten zumindest - bis Ostern verzichten wollen. Gummibären, Lollys, Bonbons und Schokoriegel sind tabu. "Wir freuen uns aber schon auf Ostern!" schallt es unisono.

NEUHAUSEN

"Wir haben uns nach einer sehr süßen und krapfenreichen Fasnet gemeinsam mit den Kindern entschlossen, bis Ostern auf Süßigkeiten zu verzichten und so die Fastenzeit auch ins Bewusstsein der Kinder zu rücken." Auch die Eltern sind gefragt. In die Vespertüten sollen bis Ostern keine süßen Belohnungen mehr. "Ob das ,Verbot" zu Hause durchgehalten wird, weiß ich nicht", sagt Lisa, die langjährige Erzieherin im St. Franziskus-Kindergarten und wird prompt unterbrochen. "Meine Mutter versteckt mir immer die Süßis, erst an Ostern darf ich sie wieder haben. Aber das ist nicht schlimm!" Also doch - einige Eltern nehmen den Impuls zum Fasten auf und machen mit. Überhaupt - den Kindern fällt es offensichtlich nicht schwer, auf Herzbomben und Mohrenköpfe zu verzichten. "Wir essen auch gerne belegte Brote, Butter-Brezeln und Äpfel!" "Meine Mama hat gesagt, dass Süßis ungesund und schlecht für die Zähne sind." Wenn man eine Weile mit den Kleinen am Vespertisch sitzt, kommen immer neue und vielfältige Argumente für den begrenzten Umgang mit Schleckereien hinzu. Überhaupt: Die Eltern seien sehr viel gesundheitsbewusster geworden, wenn es um die Ernährung ihrer Lieblinge geht. "Die Eltern geben den Kindern in den meisten Fällen ein ausgewogenes Vesper mit", unterstreicht die Erzieherin, "aber oft ist halt auch eine kleine süße Belohnung in der Vesperdose, gegen die grundsätzlich nichts einzuwenden ist, aber jetzt in der Fastenzeit soll darauf verzichtet werden."

Das Fasten hat eine lange, oft religiös motivierte Tradition. Aber auch allein der gesundheitliche Aspekt ist nicht von der Hand zu weisen: Heilfasten, Fastenkuren und Fastenwandern werden professionell angeboten und man kann dafür sehr viel Geld ausgeben.

Entschlackung, Reinigung des Körpers und damit verbunden ein hohes körperliches Wohlbefinden wird versprochen. Ursprünglich sollte die Fastenzeit eine Vorbereitungszeit sein, um die geistige Konzentration auf ein bevorstehendes Ereignis zu erhöhen, zum Beispiel auf die Osterzeit im Christentum. Aber auch der Islam kennt man die Fastenzeit ebenso wie im Judentum.

Und so vielfältig die Ausformungen des Fastens sind, stets ist der Verzicht im Vordergrund.

Die Rasselbande vom Kindergarten hat sich für den Verzicht auf Süßigkeiten geeinigt und die Kleinen werden eine großartige Erfahrung machen: Etwas über einen längeren Zeitraum erfolgreich durchgehalten zu haben, erfüllt mit Stolz und kann Wege in eine neue Erlebenswelt öffnen.


KERSTIN HÄNSSLER

04.03.2010 - aktualisiert: 05.03.2010 18:47 Uhr

 






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