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Seit vielen Jahren lebte es in der Wilhelma, doch Mitte März wird das Schimpansenpaar Moritz und Susi nun in den ungarischen Zoo von Veszprém umziehen. Hier sollen sie ihren Lebensabend in einem großen Gehege und im Kreis von Artgenossen verbringen können.
Schon im Jahr 2003 hatte die Wilhelma in ihrem Entwicklungsplan festgelegt, dass sie die Haltung von Schimpansen langfristig aufgeben wird, um dafür die drei anderen Menschenaffenarten besser und artgerechter unterbringen zu können. Die neue Anlage wird daher nur Gorillas und Bonobos aufnehmen, das alte Haus für die Orang-Utans umgebaut. Ihren Lebensabend hätten Susi und Moritz – zumal gute Plätze für Schimpansen in den letzten Jahren schwer zu finden waren – trotzdem in Stuttgart verbringen können, hätte das EEP (Europäische Erhaltungszuchtprogramm) jetzt nicht eine bessere Lösung gefunden und empfohlen: die neue Anlage im Zoo von Veszprém, die auf 2400 Quadratmetern Raum für bis zu 15 Schimpansen bietet – inklusive grüner Freigehege mit Kletterparcours, Büschen und Bäumen. Dieser Empfehlung wird die Wilhelma folgen, wobei die Schimpansen weiterhin in ihrem Besitz bleiben.
„Wir sind sicher, zum Wohl von Susi und Moritz richtig entschieden zu haben", so Wilhelma-Direktor Dieter Jauch. "Trotzdem fällt uns der Abschied natürlich schwer, immerhin leben die beiden schon seit 1975 und 1967 bei uns und Schimpansen waren unsere erste Menschenaffenart überhaupt."
Aber seit die Weibchen Jenny und Bärbel, um Inzucht mit Bärbel und ihrem Vater Moritz zu vermeiden, Anfang 2008 in den Attica Zoo bei Athen umzogen, wurde es für das altgediente Paar doch ziemlich ruhig, um nicht zu sagen langweilig.
Mit ihren 45 und 47 Jahren sind Susi und Moritz zwar nicht mehr die Jüngsten. Doch eine eigens durchgeführte tierärztliche Untersuchung bestätigte, dass sie fit und reisetüchtig sind. Es lohne sich also, sie in eine neue Unterkunft umzusiedeln, wenn diese mehr Lebensqualität verspricht, so die Wilhelma.