Putzig kleine Häuser ...
Die Siedlung Wolfbusch hat eine lange Geschichte - Anfänge im Jahr 1721
WOLFBUSCH
Die Idee für die Wolfbuschsiedlung entstand bereits in der Weimarer Republik. Mit zahlreichen Notverordnungen und drastischen Sparmaßnahmen versuchte die Regierung unter Reichskanzler Brüning der damaligen Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Massenarbeitslosigkeit zu begegnen.
Eine der Verordnungen betraf das Wohnungswesen und den Siedlungsbau. Von insgesamt 48 Millionen Reichsmark sollten 400 000 Mark nach Stuttgart in den Bau von Erwerbslosen-Siedlungen fließen. Gemeindeeigene Flächen an den Stadträndern sollten den Arbeitslosen gegen einen geringen Miet- und Pachtzins zur Verfügung gestellt werden, um darauf in Eigenarbeit kleine Wohnhäuser zu errichten. Die Erträge aus Garten- und Tierhaltung sollten der Selbstversorgung dienen. Je Siedlerstelle wurde ein Reichsdarlehen von 2500 Reichsmark gewährt. Die Häuser sollten in einfacher Form und kleinster Abmessung gebaut werden. Mit knapper Mehrheit stimmte der damalige Gemeinderat 1931 für den Siedlungsbau.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde unter Dr. Karl Ströhlin als Staatskommissar der Bau von Stadtrandsiedlungen fortgeführt. Bewerber sollten "Arbeitslose, Kurzarbeiter, Kriegsbeschädigte, sonstige Kriegsteilnehmer und möglichst Handwerker sein". Wichtig bei der Erstellung der Gebäude war das Prinzip der Selbst- und Nachbarschaftshilfe. Auch die tägliche Arbeitszeit war vertraglich festgelegt. Beim Gang durch die schmalen Gassen im alten Wolfbusch scheinen diese Anfänge beinahe vergessen. Die niedrigen Siedlungshäuser mit ihren Vorgärten wirken durchgehend gepflegt und bilden eine Art kleinbürgerliche Idylle. Der Verein der Siedlergemeinschaft Wolfbusch feiert in diesem Jahr sein 75. Bestehen. Er verfolgt das Ziel, die Anwohner durch gemeinsame Aktivitäten zusammenzuführen. In Eigenleistung entstand auf diesem Weg das Vereinsheim am Gemsenweg. Die Wolfbusch-Hocketse wurde ins Leben gerufen und auf dem Hubertus-Platz entstanden Blumenrondelle. Außerdem hat sich die Siedlergemeinschaft Wolfbusch auf Initiative des Bundes der Selbständigen und des Handels- und Gewerbevereins für die Ortsbuslinie - Wink und Fahr eingesetzt.
Quelle: Chronik "50 Jahre Wolfbusch"
11.03.2010 - aktualisiert: 15.03.2010 13:50 Uhr