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Dem Weltall ein Stück näher


Astronomie-AG hat Infrarot-Experimentierkoffer erhalten
 

"Für das menschliche Auge ist nur optisches Licht sichtbar. Doch alle Objekte strahlen aus - mit Infrarotlicht können wir das sichtbar machen", bringt es Kilian Thomas auf den Punkt. Der Neuntklässler ist einer von 21 Schülerinnen und Schüler, die in der Astronomie-AG des Gottlieb-Daimler-Gymnasiums das Weltall entdecken. Damit sie besser forschen können, haben die Schüler vom Deutschen SOFIA Institut der Uni Stuttgart einen Infrarot-Experimentierkoffer und ein Flugzeugmodell erhalten.


 

BAD CANNSTATT

Das Modell der Boeing 747 mit Infrarotteleskop an Bord ist großer Ansporn für die Schüler. "Denn vielleicht können wir nächstes Jahr auch nach Amerika zur NASA und das echte SOFIA-Flugzeug sehen", erklärt Désirée Schwarze. Einige Mitschüler von ihr waren schon bei den Wissenschaftlern der NASA in Kalifornien und durften das umgebaute Flugzeug, das ein 2,7 Meter großes Infrarotteleskop an Bord hat, besteigen. In 13.000 Metern Höhe ist der Blick aus der Boeing 747 in den Kosmos weitestgehend ungetrübt. Erste Testflüge mit geöffneter Teleskopluke verliefen erfolgreich.

Die Schüler sind fasziniert von der fernen Welt rund um den Erdball. "Das Universum ist einfach unvorstellbar. Aber in der AG rücken wir ihm ein Stück näher", meint Kilian Thomas. Seit fünf Jahren bietet Oberstudienrat Sven Hanssen Schülern ab der neunten Klasse in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart den Blick ins Weltall. Angefangen hat die AG damals mit fünf Teilnehmern, mittlerweile treffen sich jede Woche 21 Jugendliche. "Der Mix aus Theorie und Praxis kommt gut an. Wenn wir am Beobachtungs^abend auf dem Dach ein Teleskop aufbauen, muss ich die Schüler regelrecht heimschicken", sagt Hanssen. "Am liebsten würden sie die ganze Nacht Sterne beobachten." Doch man muss nicht in die Ferne schweifen, um den Kosmos zu verstehen. Mit einer Infrarotwärmelampe aus dem neuen Experimentierkoffer und einem Wasserglas zeigen die Schüler, dass die Infrarot- beziehungsweise Wärmestrahlung von Flüssigkeiten weitestgehend absorbiert wird. Der Versuch lässt sich auf unsere Atmosphäre übertragen. "So lassen sich Wasservorkommen im Weltall ausfindig machen", ergänzt Hanssen. Die mittel- und langwellige Infrarotstrahlung aus dem Weltall gelangt nicht durch den Wasserdampf bis zum Erdboden. Deshalb klettern Astronomen auf Berge, um hinter Gas- und Staubwolken im Weltall zu blicken - oder sie besteigen das umgebaute Flugzeug der NASA.


tb

11.03.2010 - aktualisiert: 11.03.2010 12:16 Uhr

 

 

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