MOMENT MAL
Die Diskussion über die Planung der neuen Stadtbahnlinie U12 zeigte im Nachhinein vor allem eines. Bürgerbeteiligung ist wichtig für die Demokratie.
Auch wenn die Schutzgemeinschaft Dürrlewang mit dem wahrscheinlich eintretenden Ergebnis nicht zufrieden sein wird, der Protest hat sich bezahlt gemacht.
Die Vorschläge des AK U12 sind vor allem aus dem Protest der Gegner entstanden und wurden von der SSB berücksichtigt. "Wir haben die Bedenken der Gegner aufgegriffen und umgesetzt", sagte Ralf Borchert vom AK U12 als Lob an die Schutzgemeinschaft.
Dabei ist es gerade dem Arbeitskreis U12 zu verdanken, dass sich aus der Protesthaltung der Gegner - die zum Teil unsachlich, polemisch argumentiert hatten und sich in Details verloren - eine Fraktion des konstruktiven Austausches entwickelt hat. So konnte sich eine große Zahl der Bürger an diesem Abend in den Argumenten des AK U12 wieder finden. Auch wenn eine Bürgerbefragung, wie von der Schutzgemeinschaft Dürrlewang gefordert, aufschlussreich und ein weiteres demokratisches Element gewesen wäre, es hätte nichts an der Politik der SSB geändert. Die erachtet die neue Linie als rentabel mit steigenden Fahrgastzahlen und stützt sich auf zukünftige Verkehrsprognosen.
Und auch die Mehrheit des Gemeinderates favorisiert den Ausbau des ÖPNV, damit auf lange Sicht Verkehrsströme umweltfreundlich gelenkt werden.
Dass dabei Einzelinteressen bisweilen zurückstehen müssen, damit werden sich die betroffenen Bürger abfinden müssen. Sie dürfen sich auf lange Sicht eher an Stadtbahnen als an Individualverkehr gewöhnen. Wobei ersteres zu den Attributen einer modernen Stadt zählt.
Als Fazit bleibt: Die Politik ist gut beraten, die Ängste, Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger zu hören und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Rüdiger Sinn
11.03.2010 - aktualisiert: 11.03.2010 07:01 Uhr