Die U12 wird wohl kommen
Gemeinderat entscheidet im Frühjahr über Ausbau - Mehrheit dafür
Der Bürgerverein Vaihingen hatte zu einer weiteren Informationsveranstaltung zum Bau der U12 nach Dürrlewang geladen. Ziel sei es, Argumente auszutauschen, um ein Stimmungsbild über das Für und Wider zum Bau zu erhalten, sagte Frank Otto Huber vom Bürgerverein Dürrlewang zu Beginn. Eine Mehrheit für den Bau zeichnet sich ab.
Zur Vorgeschichte: Seit bekannt werden der Pläne für die U12, die in Zukunft von der Endhaltestelle "Dürrlewang" über die Haltestelle "Heßbrühlstraße", die Innenstadt und den Hallschlag nach Remseck führen soll, hatte sich im Ortsteil beträchtlicher Widerstand geregt (das WB berichtete). Die sich formierende Schutzgemeinschaft brachte gegen das Vorhaben vor allem die Verschwendung von Steuergeldern vor (die neue Linie kostet 20 Millionen Euro, 75 Prozent der Kosten sind Landeszuschüsse). Auch von wegfallenden Parkplätzen und Straßenbahnlärm seien die Anwohner betroffen, so die Schutzgemeinschaft. Im Zuge der Planungen formierte sich der Arbeitskreis U12 (AK U12), der das Projekt positiv sieht und mit konstruktiven Vorschlägen aus der Bürgerschaft, die Planungen unterstützen möchte.
Als Vermittler hatte sich der Bürgerverein Vaihingen angeboten. Rund 150 Zuhörer konnten letzte Woche den Schlagabtausch der drei Parteien verfolgen.
Und es mutete ein wenig an wie das Kanzlerduell alle vier Jahre. Streng und rigide nahm der Vorsitzende des Bürgervereins, Frank Otto Huber, die Zügel bei der Veranstaltung die Hand. Den Parteien wurde gleich viel Redezeit eingeräumt, um ihre Argumente vorzubringen. Der strengen Linie allerdings war es zu verdanken, dass die Veranstaltung ruhig verlief. "Wir wollen heute den Parteien die Möglichkeit geben, die verschiedenen Positionen zum Projekt sachlich zu verdeutlichen", sagte Huber zu Beginn. "Es ist noch nichts entschieden", sagte er mit Blick auf die noch anstehende Sitzung im Umwelt und Technikausschuss am 16. März und der Abstimmung im Gemeinderat.
Neues gab es von SSB-Chefplaner Volker Christiani zu vermelden. Die Endhaltestelle soll auf vielfachen Wunsch der Bürger auf die gegenüberliegende Straßenseite (östlich) verlegt werden. Damit ergeben sich Verbesserungen für Fußgänger und die Uranusstraße wird nicht zur Sackgasse. Christiani erläuterte aus seiner Sicht noch einmal die generellen Vorteile des Projektes: Anbindung des Industriegebietes an die Stadtbahnlinie, Möglichkeit ohne Umsteigen mit der U12 direkt in die Innenstadt fahren und Verringerung des Individualverkehrs im Industriegebiet und in Dürrlewang. Diese Argumentation zweifelten die Gegner an.
"Schauen Sie sich die Nummernschilder der Fahrzeuge aus dem Industriegebiet an", argumentierte Gabriele Geiger von der Schutzgemeinschaft. "Die kommen aus Böblingen, Calw und Tübingen. Da wird niemand die neue Stadtbahn nutzen." Genau dieses Argument ließen die Sprecher des AK U12 nicht zu. "Die Verkehrsströme werden durch Entscheidungen, die wir heute treffen in Zukunft gestaltet. Wenn es eine Stadtbahn gibt und dafür Parkplätze reduziert werden, dann werden die Bürger in der Folge auf dieses Verkehrsmittel umsteigen", war sich Jürgen Franke vom AK U12 sicher.
Ralf Borchert, ebenfalls vom AK U12 meinte: "Wir sind davon überzeugt, dass die Stadtbahn angenommen und ein Renner wird." Skurril wurde es bei der Bewertung von Rasenflächen zwischen den Stadtbahngleisen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich dort Blumen und Tiere niederlassen, wo Öl und Diesel die Gleise verschmutzt", mutmaßte Gabriele Geiger. "Ich lade Sie gerne ein, sich unsere bestehenden Trassen im Bereich des Nordbahnhofes einmal anzuschauen. Dort grünt und blüht es im Sommer.
Im Übrigen fahren unsere Stadtbahnen nicht mit Diesel und verlieren in aller Regel auch keine Schmierstoffe", konterte Christiani.
Die Entscheidung über den Bau fällt nun im Umwelt und Technikausschuss, der am 16. März tagt. Dann geht es zur Abstimmung in den Gemeinderat. Eine Mehrheit für den Ausbau der Line U12 scheint dabei sicher, so zumindest war der Tenor der anwesenden Gemeinderäte aus allen Fraktionen.
11.03.2010 - aktualisiert: 11.03.2010 12:45 Uhr