Über 600 kunstvoll gearbeitete Objekte
Ausstellung "Tafeln zu Ehren der Königin Olga"
Mit dem Thronwechsel 1864 wurde das älteste württembergische Regiment nach Königin Olga benannt. Mit der Stiftung silberner Besteckteile legte die Königin den Grundstock für das Regimentsilber, das durch Schenkungen von Offizieren immer weiter vergrößert wurde und zu einer umfangreichen Sammlung heran wuchs.
Heute umfasst das Silber des Grenadierregiments 119 insgesamt 628 Stücke. Das Regimentssilber beinhaltet Besteckteile vom Dessertlöffel bis zur Tranchiergabel, Leuchter, Tafelaufsätze, Schalen, Tabletts und Kannen. Das älteste Stück stammt aus dem Jahr 1884. Die allermeisten Teile des Regimentssilbers wurden in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg gefertigt.
Die Objekte sind im historistischen Stil gearbeitet und weisen so Stilelemente und Dekore von der Gotik über den Barock bis zum Klassizismus in überformter Art auf. Die Aufstellung des Tafelschmucks sah im 19. Jahrhundert generell einen großen zentralen Tafelaufsatz in der Tischmitte vor. Der 1884 gestiftete Tafelaufsatz in reich verzierter Neorenaissance-Ausführung stellt auch das Prunkstück des "Olga-Silbers" dar.
Um ihn herum befanden sich in regelmäßigen Abständen kleinere Aufsätze und nur wenige Schüsseln oder Schalen. Die Anordnung wurde durch mehrarmige Leuchter aufgelockert.
Die meisten Teile des "Olga-Silbers" wurden von Herstellern aus dem Königreich Württemberg gefertigt, das im ausgehenden 19. Jahrhundert zu den wichtigsten deutschen Silberproduzentengehörte. Arbeiten der Stuttgarter Firma Eduard Foehr oder der Württembergischen Metallfabrik (WMF) sind unter dem Regimentssilber zu finden.
Das "Olga-Silber" wurde zunächst im Offizierskasino der Stuttgarter Rotebühlkaserne aufbewahrt. Im Jahr 1938 übertrug der Offiziersverein das Silber an das Offizier-Korps des zwei Jahre zuvor gebildeten Infanterie-Regiments 119. 1971 wurde das Regimentsilber wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt und an die Panzergrenadierbrigade 30 ausgeliehen, die in Ellwangen stationiert war. Die "Alb-Brigrade" übernahm die Traditionspflege des Olga-Regiments. Sie führte unter anderem das bekrönte "O" in ihrem Wappen. Nach der Auflösung der Brigade übereignete der Kameradenkreis Grenadierregiment 119 e.V. das "Olga-Silber" dem Landesmuseum Württemberg.
INFO: Seit November 2009 stehen die über 600 kunstvoll gearbeiteten Objekte im Mittelpunkt der Kabinettausstellung "Tafel zu Ehren der Königin Olga.
Das Silber des Grenadierregiments 119 e.V." Noch bis zum 31. März ist die Kabinettausstellung zum sogenannten "Olga-Silber" im Landesmuseum Württemberg zu sehen.
11.03.2010 - aktualisiert: 11.03.2010 07:02 Uhr