"Wer hilft, macht es hinterher nicht kaputt"
Jugendliche bauen eine neue Treppe vor dem Kinder- und Jugendhaus
Am vergangenen Freitag und Samstag legten mehrere Jugendliche mit Hand an, um vor dem Kinder- und Jugendhaus Ostend eine neue Treppe zu bauen. Schon mehrfach fiel diese dem Vandalismus zum Opfer. Die SSB hat die Materialkosten und die Handwerker finanziert.
Eigentlich könne man sich das nicht so recht erklären, meint die Jugendhausleiterin Barbara Keller. Immer wieder wurde die Treppe am Hang vor dem Kinder- und Jugendhaus Ostend mutwillig zerstört. Dabei hätte sie den nächtlichen Besuchern gut als Aufenthaltsort dienen können, als Sitzfläche im Freien. "Ein paar mal wurde die Treppe schon zusammengeschlagen", so Barbara Keller. Sie vermutet, dass dabei Alkohol im Spiel gewesen war. Auf Anregung von Jürgen Plesse, Unternehmensbereichsleiter Liegenschaften der SSB, sollten beim Bau einer neuen Treppe diesmal Jugendliche mithelfen. Barbara Keller konnte einige Jugendhausbesucher für das Projekt gewinnen. "Jugendliche sind heute nicht so verbindlich, aber ich find das schon toll, von denen die zugesagt haben, sind 90 Prozent auch gekommen", so die Jugendhausleiterin. Sie halfen am vergangenen Freitag und Samstag das Material aufzuladen, brachten die Bohrmaschine und den Hammer zum Einsatz. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Jugendlichen dabei von den Handwerkern der Firma Rommel aus dem Stuttgarter Osten. "Material und Handwerker kosten die SSB zusammen 6 000 Euro", so SSB-Bauleiter Hans Stötter. Zunächst musste eine Zeichnung angefertigt werden und die Holzteile zugeschnitten, gehobelt und gebohrt werden. Die Treppe wird außerdem einbetoniert, erhält ein Geländer und für die kommende Wintersaison eine schützende Schicht. SSB und Jugendhausleitung erhoffen sich durch die Maßnahme, Jugendliche stärker einzubinden. "Wer geholfen hat, wird es hinterher nicht wieder kaputt machen", meint auch Eberhard Strobel von der SSB-Hausverwaltung am Ostendzentrum. Auch Barbara Keller ist zuversichtlich, dass die Jugendlichen die Treppe in Zukunft schützen werden. Ihr Ziel sei es immer wieder, Jugendliche durch aktive Beteiligung in die Verantwortung zu nehmen. Die Treppe am Hang nutzen nicht nur die Jugendhausbesucher, sondern auch die Bürger im Stuttgarter Osten. Sie verbindet die Ebene hinter dem Bürgerservice-Zentrum mit dem großen Parkplatz vor dem Theater im Depot. Schon immer war die Treppe eine Art Provisorium und wird es wohl auch bleiben. Eine endgültige Lösung für die Fußgänger wird es erst geben, wenn die geplante Neubebauung der SSB auf dem Ostend-Areal umgesetzt ist.
11.03.2010 - aktualisiert: 11.03.2010 12:29 Uhr