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Ehemals umstritten, ist "Hannibal" heute begehrt


Stadtteilporträt Asemwald: Drei Wohnblöcke thronen über den Fildern
 

In diesem Jahr stellen wir die Stadtteile und Wohngebiete im Bezirk vor. Dieses Mal ist der Asemwald dran. Nach fast 40 Jahren ist die Wohnstadt mittlerweile der älteste Stadtteil in Stuttgart. Und das hat auch einen Grund: Die meisten Bewohner sind gar nicht erst ausgezogen.
 

ASEMWALD

"Sie werden hier kaum jemanden finden, der etwas Schlechtes über den Asemwald sagen wird", versichert Günter Gloss, Bewohner seit 1972. "Mit der Zeit hat es sich herumgesprochen, dass man hier gut leben kann", bestätigt Anneliese Weitze, eine andere Bewohnerin, die wie Gloss von Anfang an in einem der Wohnblöcke des "Hannibal"-Projekts wohnt. Nach mehrmaligen Änderungen der Planungsentwürfe wurden die drei "Riesen der Fildern" Ende der 60er-Jahre gebaut.

Kritische Stimmen wurden damals laut, die Wohnstadt würde das Landschaftsbild zerstören und die Menschen würden in völliger Isolation leben. Doch da sollten sie sich irren. Von Isolation kann heutzutage keine Rede mehr sein. Gerade weil viele der damaligen Wohnungseigentümer seit fast 40 Jahren hier leben, haben sie sich im Laufe der Zeit kennengelernt. "Gute Freundschaften sind hier schon entstanden", sagt Gloss. "Und trotzdem hat man auch eine gewisse Privatsphäre." Einer kennt sie bestimmt alle: Der Briefträger vom Asemwald. Hans Schmidt trägt seit über 30 Jahren die Post aus und weiß, welche Wohnung zu welchem Bewohner gehört. "Der ist toll", sagt Gloss. "Er erkennt mich schon an meiner Stimme und grüßt mich, ohne sich überhaupt zu mir umdrehen zu müssen." Neben der "modernen Dorf-Atmosphäre" sei gerade die Infrastruktur für ältere Menschen sehr gut. "In den Geschäften bekommen wir 80 Prozent der alltäglichen Sachen", sagt seine Ehefrau Inge Gloss. "Wir müssen nicht weit schleppen und jede Wohnung hat zudem einen Aufzug." Besonders lobt sie die Mitarbeiterinnen des Treff-Discounts, wie hilfsbereit die immer seien. Auch der Hausmeister-Service und die kulturellen Angebote im Kirchengemeindezentrum seien für die Senioren von Vorteil. "Idealer könnte es doch gar nicht sein", schwärmt Gloss. Ein Schwimmbad und ein Restaurant mit Panorama-Ausblick, ein Tennis-Club, der nicht ganz erfolglos an Turnieren teilnimmt, und die Natur rund um den Gebäude-Komplex bieten viel Abwechslung. "Ich kenne einen Bewohner, der ist nach wenigen Wochen Altenheim wieder zurückgekehrt in den Asemwald, weil ihm das alles hier gefehlt hat", erzählt Gloss. Einen gewissen Trend können die Bewohner regelmäßig beobachten: "Die Wohnungen sind sehr begehrt", sagt Weitze. "Sobald einer auszieht, ist dessen Wohnung nach kurzer Zeit schon wieder weg."


lil

11.03.2010 - aktualisiert: 11.03.2010 11:28 Uhr

 






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