Katastrophe auf der Loveparade
"Seit achtzehn Tagen bin ich Nichtraucher"
Serie (2): Finger weg von der Zigarette
Von Anna Zucht
GERLINGEN
Obwohl Hartmut Rüb sich schon eine Weile von seinen Zigaretten trennen wollte, hat es nie so richtig geklappt. Im neuen Jahr 2010 wollte er endlich Nägel mit Köpfen machen und meldete sich zu dem Raucherentwöhnungskurs an der Klinik Schillerhöhe an. Seit Anfang Februar besucht der Gerlinger zusammen mit drei weiteren Teilnehmern den Kurs, dessen fünf Sitzungen von dem Diplom-Psychologen Holger Kies geleitet werden.
Das bisherige Ergebnis: "Seit mehr als drei Wochen bin ich Nichtraucher", erzählt Hartmut Rüb voller Stolz, der seine zigarettenfreien Tage zählt und im Kalender markiert. Er hatte sich, so wie im Kurs besprochen, den Ausstiegstermin bewusst gesetzt. "Einen Tag davor habe ich sämtliche Rauchutensilien, also Feuerzeug, Aschenbecher, Etuis und Zigaretten, in eine Tüte gepackt, zugeknotet und in den Mülleimer gesteckt", sagt der 54-Jährige. Damit war für ihn das Rauchen gestorben.
"Ich fühle mich gut", sagt Rüb, der die Tage nach dem Ausstieg gut überstanden hat. Er habe keine körperlichen Entzugserscheinungen gehabt. "Die ersten beiden Tage ohne Zigaretten war ich nervös und habe immerzu an das Rauchen gedacht", erzählt er. Aber das habe sich mit der Zeit verflüchtigt.
Natürlich ist die Versuchung groß und die Gefahr rückfällig zu werden längst nicht überwunden. "Besonders kritisch ist es in den Bereichen, in denen man früher viel geraucht hat", erklärt Rüb. Eine für ihn riskante Situation ist, wenn er mit Freunden unterwegs ist und diese rauchen.
"Dann denke ich schon, dass eine Zigarette jetzt gut schmecken würde", gesteht der Gerlinger. In diesem Moment mache er sich bewusst, dass wenn er wieder dazu greife, alles zunichte gemacht werden würde. "Und dann überdenke ich meinen Wunsch noch einmal." Auf diese Weise widersetzt er sich täglich jeder Versuchung. "Ich bin froh, dass ich den Rauchgeschmack nicht mehr im Mund habe."
Damit es weiterhin so bleibt, unterstützt der Raucherentwöhnungskurs die einzelnen Teilnehmer in ihrem Leben als Nichtraucher. In den Sitzungen können sie Erfahrungen austauschen und Strategien entwickeln, wie sie sich gegen alltägliche Versuchungen wappnen können. "Am Anfang der Entwöhnung ist jeder hochmotiviert, das lässt dann nach. Deshalb müssen wir darauf achten, weiterhin am Ball zu bleiben", sagt der Gerlinger.
Er sei überrascht, dass das Aufhören so einfach ging. "Hätte ich das gewusst, dann hätte ich viel früher aufgehört und es nicht immer vor mir her geschoben", meint Rüb. Nun wolle er sein Leben als Nichtraucher genießen.
11.03.2010 - aktualisiert: 11.03.2010 07:05 Uhr