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"Zwei Lieben in meiner Brust"

Frank Eppler

Fee Hübner: Die 35-jährige Schauspielerin und Musikerin gastiert zurzeit als Conférencière im Varieté
 

Den Spagat beherrscht Fee Hübner gleich in doppelter Hinsicht: Als Künstlerin ist sie hin-und hergerissen zwischen der Schauspielerei und der Musik. Und als versierte Globetrotterin pendelt sie zwischen ihrer Wahlheimat USA und Deutschland ständig hin und her.
 

Zurzeit weilt die gebürtige Ravensburgerin wieder im Schwabenländle, genauer gesagt in der Schwabenmetropole. Als singende und musizierende Mademoiselle Fee schlägt sie auf bezaubernde Art Brücken zwischen den einzelnen Acts der Friedrichsbau-Varietéshow "Nostalgia". Während im Hintergrund die kuriosen Geschöpfe des Wanderzirkus ihrer Arbeit nachgehen, stimmt sie auf der Geige, dem Akkordeon und der Harfe die passenden melancholischen, aber auch hoffnungsvollen Weisen an. Dass ihre Stimme dabei etwas rau und nicht immer ganz rund daherkommt - "ich hatte nie Gesangsunterricht" -, macht die etwas düstere Szenerie umso authentischer.

Vor knapp zwei Jahren war sie schon mal zu Gast im Varieté, und zwar im Sommerprogramm mit der Tango-Five-Show "Euroflott". Nicht verwunderlich, denn dort agiert ein weiteres Musiktalent der Familie, ihr sechs Jahre älterer Bruder Veit.

Ihre allererste Bewunderin war allerdings ihre Oma. Sie durfte bzw. musste die ersten Klänge, die die kleine vierjährige Fee auf den Instrumenten, die sie zu Hause auftrieb, genießen.

Ihre zweite Leidenschaft, das Tanzen und Theaterspielen, trieb sie nach dem Abitur nach Hamburg, wo sie eine Schauspielausbildung begann. Nach drei Jahren erkannte sie aber, das ihr etwas fehlte - es war natürlich die Musik. Sie studierte Popularmusik an der dortigen Hochschule und hängte noch ein Klavierlehrer-Studium am Brahms-Konservatorium in Hamburg dran. Doch das Herz forderte sein Recht: Also nahm sie danach schauspielerischen Unterricht in den Fächern Sprechen, Rolle und Körperarbeit. Ein furioses Pingpong-Spiel des Lebens, das ihr klarmachte: "Zwei Lieben schlagen in meiner Brust."

So versucht sie fortan, bei ihren Engagements möglichst beiden Lieben gerecht zu werden. In Österreich gelang ihr 2002 der Karrieredurchbruch mit der Soloshow "Pannen-Hilfe". "Am Anfang war es nur eine 20-minütige Show. Als der Erfolg da war", so Fee Hübner, "musste ich das zu einer ganzen Show ausbauen." Es wurde am Ende ein humorvoller, manchmal etwas chaotischer Konzertabend, bei dem Fee gleich in drei Rollen schlüpfen muss. Für die Show erhielt sie noch im gleichen Jahr den Goldenen Neulingsnagel, ein renommierter Preis für Kabarett-Newcomer. Die hübsche Künstlerin war auch dreimal in der beliebten Krimiserie "Polizeiruf 110" zu sehen, 2004 als Henriette Keller im "Prinz von Homburg" und 2006 als "Die Schöne" in den Streifen "Die Lettin und ihr Lover" und "Die Mutter von Monte Carlo". Sind da weitere Auftritte geplant? "Im Moment geht es gar nicht", sagt die zweifache Mutter, "ich habe keine Zeit dafür."

Die beiden Kinder, die vierjährige Malena und der zweijährige Elijah, sind zur Zeit auch in Stuttgart. Morgens sind sie im St.-Nikolaus-Kindergarten im Stuttgarter Osten, und danach kümmert sich ein Au-pair-Mädchen um die beiden Racker. "Die haben überhaupt kein Problem damit", freut sich die 35-jährige Mama, dass alles so reibungslos klappt. Da hat sie selbst es wohl etwas schwerer. Ihr Mann Matthias, der in New York als UN-Mitarbeiter für die Logistik der Hilfslieferungen zuständig ist, fehlt ihr schon enorm. "Alles nicht einfach, aber es ist ja eine absehbare Zeit", muntert sie sich selbst auf. Denn nach "Nostalgia", die am 17.April ausläuft, kehrt sie erst mal wieder "heim". Bis die nächste Reise ansteht.

Helmut Winkler



Porträt


17.03.2010 - aktualisiert: 05.07.2010 14:42 Uhr

 






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