Ursula Kirchner möchte die Kunst des Scherenschnitts erhalten und weitergeben
Eine Ausstellung der Künstlerin Ursula Kirchner aus dem Stuttgarter Westen wird momentan im Generationenhaus West gezeigt. Seit 1975 stellt Ursula Kirchner ihre Scherenschnitte aus und ihre recht filigranen Kunstwerke schmücken so manches Buch.
S-WEST
Scherenschnitt bringt man sich selbst bei. Das sagt eine, die es wissen muss.
Ursula Kirchner wird nächstes Jahr 80 Jahre alt - und hat schon als Kind ihr Talent für den Scherenschnitt entdeckt. "Ich saß auf dem Balkon der Großmutter und habe aus einem Stück Papier einen Baum geschnitten. Die Großmutter war begeistert, wie ich schneiden konnte, auch wenn es am Anfang natürlich noch sehr hölzern war", erinnert sich Ursula Kirchner zurück. Sie habe dann bald angefangen, die Scherenschnitte, die in ihrem Kinderzimmer an der Wand hingen - vor allem Bäume und Rehe - nachzumachen.
Seitdem ist sie nicht mehr von der Kunst des Scherenschnitts losgekommen. "Ich stelle mir etwas vor und schneide danach dann aus, ohne dabei die Linien auf das Papier vorzuzeichnen." Beinahe jeden Tag geht die Künstlerin ihrer Leidenschaft nach, nimmt die Schere in die rechte Hand, dreht das Papier immer wieder blitzschnell in verschiedene Richtungen und schneidet dabei ihre Motive als ein Ganzes aus.
Auch pflegt sie engen Kontakt zu anderen Scherenschneidern aus aller Welt: So tauscht sie sich mit Gleichgesinnten aus Russland, Dänemark und der Schweiz aus und war auch schon beim amerikanischen Scherenschnittverein zu Gast. Außerdem organisierte sie bereits zehn Ausstellungen von Künstlern im Generationenhaus und hat vor 15 Jahren den Scherenschnittverein auf dem Hasenberg gegründet. Alles dient dazu, die Kunst des Scherenschnitts zu erhalten, weiterzugeben und weiterzuentwickeln. So gibt es viel mehr als lediglich den Schwarzschnitt.
Ursula Kirchner nimmt unter anderem auch Zeitungspapier, Prospekte oder farbige Abbildungen aus Tageszeitungen und zeichnet in diese mit schwarz oder Farbe hinein oder hinterlegt schwarze Schnitte mit eingefärbtem Papier.
Scherenschnitte von Ursula Kirchner sind noch bis Ende April im Generationenhaus West zu sehen. Am 28. April um 16 Uhr findet im Café des Generationenhauses West die Finissage der Ausstellung statt. Musikalisch begleitet wird diese Veranstaltung von der Klarinettenspielerin Rebekka Kirchner.